Bussche

Bussche

Bussche, 1) Hermann von dem B. (Buschius), geb. 1486 in Sassenborg bei Münster, war Professor der Geschichte in Marburg u. st. 1534 zu Dulden bei Münster, wo er gegen die Wiedertäufer disputiren wollte; er schr.: Vallum humanitatis, Köln 1518, Frankf. 1719; Epigrammata, Lpz. 1504; Abhandlungen u. Commentare über Silius Italicus, Martialis etc. 2) Ludwig Friedrich August von dem B., geb. 1772 in Osnabrück, nahm 1785 Kriegsdienste, machte als Adjutant seines Vaters den Feldzug in den Niederlanden mit, ward 1794 Capitän, 1803 Major, ging dann nach England u. diente in der Englisch-deutschen Legion, ward 1809 Obristlieutenant, focht unter Wellington in Portugal u. Spanien u. nahm Theil an der Schlacht bei Waterloo, ward nach dem 2. Pariser Frieden Generalmajor in der hannöverschen Armee u. erhielt den Oberbefehl über ein 1830 an der hessischen Grenze aufgestelltes Corps, verfuhr bei dem Aufstande in Göttingen u. Osterode 1831 mit großer Umsicht u. Milde u. wurde hierauf Generallieutenant. Nach 1831 übernahm er den Oberbefehl über ein hannöversches Observationscorps an der Grenze von Luxemburg gegen Belgien. 1841 wurde er General u. Generalinspector der Infanterie u. nahm 1848 seinen Abschied. 3) Hans von dem B., Bruder des Vorigen geb. 1774 in Nienburg, trat 1788 in die hannöversche Garde ein, wurde 1793 Offizier, nahm 1795 am Feldzuge in Holland Theil u. ging, 1800 zum Hauptmann ernannt, nach der 1803 erfolgten Convention von Ölingen u. der darauf folgenden Auflösung der hannöverschen Armee nach England, wo er mit noch 2 Brüdern in die englisch-deutsche Legion eingereiht wurde u. das Commando einer Compagnie erhielt. Er nahm in der Folge an allen Kriegszügen der Legion Theil, war 1807 bei den Landungstruppen, welche während des Bombardements von Kopenhagen die Küste Seelands besetzten, kam 1808 nach Gothenburg, kämpfte dann auf der Pyrenäischen Halbinsel u. seit 1811 als Major ein Jägerbataillon führend, 1813 in SFrankreich u. 1814 u. 1815 in den Niederlanden. Bei Waterloo verlor er einen Arm. Darauf zum Obristlieutenant befördert, trat er 1816 wieder in die neuorganisirte hannöversche Armee über, war während der Folgezeit mehrere Jahre Generaladjutant des Generalgouverneurs, des Herzogs von Cambridge, dann in gleicher Eigenschaft bei dem König Ernst August u. verließ diese Stelle erst, um als Generalmajor das Commando der leichten Brigade zu übernehmen. Nachdem er später zum Generallieutenant aufgerückt war, wurde er 1848 unter der Beförderung zum General der Infanterie in den Ruhestand versetzt u. st. 30. September 1851 in Hameln.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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