Cerrīni di Monte Varchi

Cerrīni di Monte Varchi

Cerrīni di Monte Varchi, eine alte, aus dem Schloß Montevarchi in Toscana stammende, zu Ende des 17. Jahrh. nach Österreich u. von da nach Sachsen verbreitete Familie, welche katholisch ist u. 1789 in den Freiherrn- u. 1838 in der österreichischen Linie in den Grafenstand erhoben wurde. 1) Fabriziodi C, geb. in Florenz, wendete sich zu Ende des 17. Jahrh. nach Österreich u. wurde Director aller kaiserlichen Museen u. Galerien in Wien; durch seine beiden Söhne wurde er der Stammvater der beiden deutschen Linien: A) Österreichische Linie, gestiftet von Franz von C., Sohn des Vorigen; 2) Graf Karl, Sohn des 1809 verstorbenen Feldmarschalllieutenants Joseph v. C., geb. 1777 in Raab, Geheimer Rath u. Obersthofmeister der Söhne des Erzherzogs Ludwig, wurde 1838 in den österreichischen Grafenstand erhoben u. st. 1840; jetziger Chef dieser Linie ist: 3) Graf Aloys, Sohn des Vor., geb. 1823 in Gratz, ist Statthaltereisecretär in Ofen u. unvermählt; sein älterer Bruder Karl ist 1829 geboren; B) Sächsische Linie, gestiftet von Ferdinanda. C., Sohn von C. 1): 4) Heinrichv. C., ältester Sohn des Stifters der Linie, geb. 1740, nahm kursächsische Kriegsdienste, machte den Siebenjährigen Krieg mit, wurde Cabinets- u. Kriegsminister u. zuletzt Gouverneur von Dresden; st. 1823; 5) Freiherr Clemensv. C., Enkel des Stifters der Linie, Sohn des 1813 in Dresden verstorbenen Freiherrn Clemens v. C., geb. 1785 in Luckau in der Niederlausitz, trat 1805 in die sächsische Armee u. wurde 1806 bei Jena gefangen. Nach seiner Freilassung folgte er 1807 dem General Drnat als Brigadeadjutant nach Warschau u. von dort nach Danzig, wurde 1810 Hauptmann im Generalstab der bei Dresden[829] zusammgezogenen Infanteriedivision, ging 1812 als Adjutant des Generalstabs mit nach Rußland, nahm Theil an der Schlacht bei Podobna, führte auf dem Rückzuge eine Truppenabtheilung, bei Wlodawa vom Feinde bedroht, glücklich über den Bug, wurde 1813 Director der Kanzlei des preußischen Generals Thielmann, überließ auf königliche Ordre 1810 den Franzosen Torgau u. befehligte unter General Regnier ein sächsisches Truppencorps bei Bautzen. Später nahm er Theil an den Schlachten bei Großbeeren u. Leipzig u. an den Feldzügen von 1814 u. 1815. Er begleitete 1819 als Adjutant des Prinzen Friedrich diesen auf seinen Reisen. nach Wien, Holland, Frankreich u. Italien, wurde 1830 Chef des Generalstabs u. 1832 Generallieutenant u. Oberbefehlshaber der sächsischen Armee, nahm 1848 seinen Abschied u. st. im Juni 1852 in Pillnitz. Er war vermählt mit Karoline v. Berlepsch (st. 1845) u. schr.: Der Feldzug der Sachsen im Jahre 1812 u. 1813, Dresd. 1821. Chef dieser Linie ist 6) Freiherr Maximilian, älterer Sohn des Vorigen, geb. 1818, österreichischer Rittmeister. C) Dietoscanische Linie, mit den beiden vorigen von gleichem Stammvater entsprossen; 7) Freiherr Pasquale Maria, starb 1836 in Florenz u. hinterließ zwei Söhne, Franz (geb. 1799) u. Joseph (geb. 1802).


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

Игры ⚽ Нужно решить контрольную?

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Cerrini de Monte Varchi — (Tscherrini de Monte Varki), adelige florent. Familie, aus der Fabrizio C. um 1700 nach Oesterreich übersiedelte u. Stammvater einer österr. und sächsischen Linie wurde. Heinrich von C., geb. 1740, sächs. Militär, Kriegsminister, st. 1823 als… …   Herders Conversations-Lexikon

  • 5. Königlich Sächsisches Infanterieregiment Nr. 104 „Kronprinz“ — Das Infanterie Regiment „Kronprinz“ (5. Königlich Sächsisches) Nr. 104 war ein Infanterieverband der kurfürstlich (später königlich) sächsischen Armee. Es wurde am 7. Dezember 1701 als „Infanterie Regiment Graf Beichlingen“ während der… …   Deutsch Wikipedia

  • Adolph von Carlowitz — Hans Carl Adolph von Carlowitz (* 25. März 1858 in Riesa; † 9. Juli 1928[1][2] in Gersdorf) war ein sächsischer Offizier und Politiker …   Deutsch Wikipedia

  • Altpreußisches Infanterieregiment S 56 von 1756/7 — Das Infanterie Regiment „Kronprinz“ (5. Königlich Sächsisches) Nr. 104 war ein Infanterieverband der kurfürstlich (später königlich) sächsischen Armee. Es wurde am 7. Dezember 1701 als „Infanterie Regiment Graf Beichlingen“ während der… …   Deutsch Wikipedia

  • Horst Edler von der Planitz — Karl Eugen Horst Edler von der Planitz (* 11. August 1859 in Dresden; † 9. Juni 1941 in Dresden) war ein königlich sächsischer Offizier, zuletzt General der Infanterie im Ersten Weltkrieg. Inhaltsverzeichnis 1 Leben 2 Familie …   Deutsch Wikipedia

  • Johann Adolf von Zezschwitz — (* 1. März 1779 in Taubenheim (Spree); † 3. März 1845) war ein sächsischer Militär und königlich sächsischer Kriegsminister. Er war der Neffe des sächsischen Generals der Kavallerie Hans Gott …   Deutsch Wikipedia

  • Karl Friedrich Wilhelm von Gersdorff — (* 16. Februar 1765 in Glossen; † 15. September 1829 in Dresden) war ein sächsischer General und Militärschriftsteller. Leben Nachdem von Gersdorff die Fürstenschule in Grimma besucht hatte, studierte er bis 1785 an der Universität Leipzig und an …   Deutsch Wikipedia

  • Kursächsisches Infanterieregiment No. 4 von 1701/5 — Das Infanterie Regiment „Kronprinz“ (5. Königlich Sächsisches) Nr. 104 war ein Infanterieverband der kurfürstlich (später königlich) sächsischen Armee. Es wurde am 7. Dezember 1701 als „Infanterie Regiment Graf Beichlingen“ während der… …   Deutsch Wikipedia

  • Paul von der Planitz — Paul Edler von der Planitz, königlich sächsischer General der Infanterie und Kriegsminister (Familienarchiv) Karl Paul Edler von der Planitz (* 20. September 1837 in Hohengrün bei Auerbach, Vogtland; † 19. August 1902 in Hosterwitz bei Dresden)… …   Deutsch Wikipedia

  • Eduard Heinrich von Treitschke — (* 2. Januar 1796 in Dresden; † 10. März 1867 ebenda) war ein königlich sächsischer Generalleutnant. Leben und Wirken Er war der jüngste Sohn der Eltern Dr. Carl Friedrich Treitschke, Hof und Justizrat in Dresden und seiner Frau Elenore… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”