Duncker

Duncker

Duncker, 1) Balthasar Anton, geb. 1746 in Saal bei Stralsund, Maler u. Kupferstecher, ging 1765 mit Hackert nach Paris; hier bildete er sich für Zeichnung u. Radiren aus, ging nach Basel u. 1775 nach Bern, wo er 1807 st. Er gab mit Freudenberg viele typographische Werke mit Kupfern heraus, unter denen das beste: Tableau des costumes, moeurs et de l'ésprit des François avant la grande révolution à la fin du XVIII. siècle, 96 Blätter, Bern 1794. Er ist auch Verfasser des bekannten satyrischen Gedichts: Mein Herr Maler wollt Ihr wohl etc. 2) Karl, geb. 1781 in Berlin, widmete sich dem Buchhandel in der Georg Voßschen Buchhandel in Leipzig, trat später in die Frölichsche Buchhandlung ein u. übernahm nach Frölichs Tode 1809 mit P. Humblot (geb. 1779, zum Buchhändler in Berlin, Braunschweig, Basel u. Paris ausgebildet) das Frölichsche Geschäft; Beide änderten die Firma in Duncker u. Humblot. 1828 st. Humblot, u. D. setzte die Buchhandlung allein für sich u. Humblots Erben fort D. erhielt wegen seiner Verdienste um die Organisation des deutschen Buchhandels von der Stadt Leipzig das Ehrenbürgerrecht u. von der preußischen Regierung den Titel Commerzienrath. Seine Verlagsbuchhandlung wuchs im Laufe der Zeit zu einer der größten in der preußischen Monarchie heran. Das mit derselben verbundene Sortimentsgeschäft übertrug er 1837 seinem Sohne 3) Alexander D., welcher zugleich ein neues Verlagsgeschäft, mit vorzugsweise artistischer Richtung, gründete. Dessen Bruder, 4) Franz D., ist seit 1850 Besitzer der Besserschen Verlagsbuchhandlung in Berlin u. Verleger der daselbst erscheinenden Volkszeitung. 5) Friedr. Wilh. Aug., geb. 1797 in Lippstadt, machte 1815, noch Gymnasiast, als freiwilliger Jäger den Feldzug gegen Frankreich mit, studirte dann in Halle die Rechtswissenschaften u. wurde 1820 Auscultator beim königlichen Stadtgericht in Berlin. Seine vorzüglichen Leistungen als Inquirent bestimmten das Ministerium des Innern u. die Hauptverwaltung der Staatsschulden, ihm bald auswärtige Sendungen (u.a. nach Hamburg u. 1827–29 nach Frankreich) anzuvertrauen; 1830 wurde er Criminalpolizei-Inspector mit der Leitung der ausführenden Sicherheitspolizei in Berlin; 1835 Polizeirath, 1843 Polizeidirector u. 1847, unter Entbindung von den Geschäften bei dem Polizeipräsidium in Berlin, Director der neu zu organisirenden Bahnpolizei; im Juli 1848 Commissar der königlichen Hauptverwaltung der Staatsschulden für alle Papierfälschungsangelegenheiten. 6) Max. Wolfgang, Sohn von D. 2), geb. 1812 in Berlin, studirte daselbst u. in Bonn, kam später wegen Betheiligung an der Burschenschaft in Untersuchung u. erhielt sechsmonatliche Festungsstrafe, wurde 1839 Privatdocent u. 1842 Professor der Geschichte in Halle; war 1848 Mitglied der Nationalversammlung in Frankfurt, wo er zum rechten Centrum gehörte, dann des Parlaments in Erfurt u. der zweiten Kammer in Berlin, wo er auf der Linken saß. Im Sommer 1850 begab er sich nach Rendsburg, um für die Angelegenheiten Holsteins u. Schleswigs zu wirken. Nach dem Scheitern der deutschen Einheitsbestrebungen zog er sich von der Politik zurück, um sich ganz dem Studium der Geschichte zu widmen, u. folgte 1857 dem Rufe als Professor der Geschichte an die Universität Tübingen. Er schr.: Origines german., Berl. 1840; Die Krisis der Reformation, Lpz. 1846; Zur Geschichte der deutschen Reichsversammlung, Berl. 1849; Heinrich von Gagern, Lpz. 1850; Vier Monate auswärtige Politik, Berl. 1851; Geschichte des Alterthums, ebd. 1852–57, 4 Bde.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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