Kuchen [1]

Kuchen [1]

Kuchen, 1) Backwerk, von runder od. viereckiger Gestalt, welches aus Mehl, mit Zuthat von Butter, Eiern etc. gebacken wird. Man unterscheidet: nach der Masse des dazu genommenen [871] Teiges (Kuchenteig), Brodkuchen (von Roggenmehl), Weizenkuchen, Kartoffelkuchen; nach einzelnen dem Teig zugesetzten Ingredienzen, Rosinen-, Mandelkuchen u.a.; nach der Form: breiter K. (Platz), wozu der festgeknetete Teig mittelst des Treibholzes aufgetrieben od. ausgedehnt u. dünner gemacht wird; er ist entweder dünner, einige Linien dick, od. dicker K. (Dickkuchen, Königskuchen), 1/2– 11/2 Zoll dick, wo Rosinen in den Teig geknetet werden. Den Gegensatz von breiten K. machen die hohen, in Näpfen gebackenen, daher Napf- od. Aschkuchen, auch, wenn die Formen eckig sind, Sternkuchen genannt. Nach dem, was auf die Oberfläche gelegt wird, hat man Obst- (Kirsch-, Pflaumen-, Äpfel-, Heidelbeer- etc.), Käse-, Quark-, Mohn-, Gries-, Speck-, Zwiebel-, Syrupkuchen etc. Neben diesen runden K. gibt es noch solche von viereckiger Gestalt, welche aber keine K. im eigentlichen Sinne sind, wie Waffel-, Eisen-, Pfefferkuchen; auch die Pfannenkuchen (s.d.) sind nicht eigentlich K. Der K. wird im gewöhnlichen Backofen, od. in einer Kochmaschine, od. Bratröhre gebacken. Um die untere Seite des K-s reiner zu erhalten u. wohlschmeckender zu machen, setzt man ihn auf einem eisernen Bleche (Kuchenblech), auf welches man ein mit Butter od. Schmalz bestrichenes Papier gelegt hat, in den Ofen. Das Kuchenbacken ist Sache der Weißbäcker in den Städten, feinere Sorten werden von den Conditoren gebacken. 2) Ausgepreßte Hülsen der Weinbeeren, auch anderer Rückstände beim Auspressen von Öl, aus Oliven, Mandeln, Lein-, Rübsen- u. Hanfsamen, von Quitten bei Auspressen des Quittenschleims, weil sie in Kuchenform gepreßt werden etc.; 3) so v.w. Bau der Bienen; 4) (Hüttenw.), flache, runde Stücken geschmolzenes Erz; 5) (Physiol.), so v.w. Blutkuchen I. A); 6) so v.w. Mutterkuchen.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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