Präneste

Präneste

Präneste (a. Geogr.), feste Stadt in Latium, an der Grenze der Äquer, auf einem steilen Felsen, an der von Rom über Gabii führenden Straße (Praenestīna via, nach welcher es durch die Praenestina porta in Rom ging); dabei die Praenestīni montes, ein Zweig der Apenninen, worin geheime Gänge zu Wasserleitungen zu Ausfällen der Städter; berühmt durch Rosen, Nüsse u. einen Tempel der Fortuna mit Orakel (Praenestinae sortes, s.d.); wegen des kühlen Klima's pflegten die Römer die heißen Sommermonate hier zuzubringen. P. war eine alte, wahrscheinlich von Pelasgern gegründete Stadt, trat nachher zum Latinischen Bunde u. wurde Freistätte für entflohene od. vertriebene Römer. Bei den inneren Unruhen Roms zog sich die unterliegende Partei häufig hierher, so der jüngere Marius vor Sulla. Sulla nahm sie ein, ließ sie ausplündern u. den größten Theil der Einwohner niederhauen, erbaute aber hernach den Fortunatempel wieder; j. Palestrina. Vgl. Suarez, P. antiqua, Rom. 1655; Cecconi, Storia di Palestrina, Ascoli 1756; Petrini, Mem. Praenest., Rom 1795; Knies, Hist. Praenestis oppidi, Rinteln 1846.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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