Bretspiel [1]

Bretspiel [1]

Bretspiel, 1) 8–12 Zoll im Quadrat großes Bret zu verschiedenen Spielen; gespielt wird darauf entweder mit Figuren, wie beim Schach, od. mit Steinen (Bretsteinen) aus Holz, Elfenbein od. auch Metall geformter Scheiben, deren eine Hälfte dunkel, die andere licht gefärbt ist. Die obere Seite des Bretes ist in 64 Quadrate (Felder) so getheilt, daß in den, sowohl der Länge als der Quere nach gebildeten 8 Reihen immer ein schwarz od. dunkel gefärbtes Feld mit einem weißen od. lichten abwechselt. Auf der unteren Seite (dem Boden) sind 3 sich einander einschließende, einander parallele Vierecke gezeichnet, die in der Mitte mit Strichen unter sich verbunden sind u. zum Mühlenspiele dienen. Bei den zum Zusammen- u. Aufschlagen eingerichteten B-en sind auf den beiden inneren Flächen auf jeder 6 pyramidenförmige Figuren eingezeichnet, welche zum Puff- od. Toccategli- od. Triktrakspiel dienen. – Schon die Alten kannten u. spielten das B.; das Spielbret hieß bei den Römern Alveus od. Tabula (s.u. Würfeln); sie spielten darauf die Alea u. den Ludus calculorum od. latronum. Das griechische B. hieß Diagrammismus (s.d.). Herodot erzählt, daß es die Lydier zur Zeit einer Hungersnoth erfunden hätten, indem sie einen Tag gegessen, den anderen gespielt hätten; Lactantius nennt den Palamedes als Erfinder. Die Mühle ist nach dem Labyrinth der Alten gebildet u. ein schon früh bekanntes Spiel. Auch die Inder, Perser, Chinesen kennen es. Über die ungeheure Quantität Getreide, die man gebrauchen würde, wenn man 1 Korn auf das 1., 2 auf das 2., 4 auf das 3. Feld des B-es u. so in geometrischer Progression fortrechnet, s.u. Schach. 2) Das Spiel selbst, welches mit Bretsteinen auf dem B-e gespielt wird, doch nur als Collectivbenennung, so Damenspiel, Mühle, Puff, Toccategli, Triktrak, s.d. a.; 3) s.u. Kegelspiel.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Bretspiel — Es gehet wie ein Bretspiel, man muss den bösen Wurff desto geschickter setzen. – Lehmann, 341, 5 …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Bretspiel, das — Das Brêtspiel, des es, plur. die e. 1) Das Spielen in dem Brete mit Damsteinen oder Würfeln, ohne Plural; ingleichen die Kunst dieses Spieles. Er ist kein Freund von dem Bretspiele. Das Bretspiel verstehen. 2) Das viereckte Bret selbst, welches… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Schachspiel — (Schach, v. pers. Schah, so v.w. König), ein Bretspiel mit Figuren, nach mehrerlei Regeln. Die gewöhnlichen Figuren sind: die acht Offiziere: der König (Schah); die Königin (Dame, Jungfrau, bei den Orientalen Pharz, Pherzan, Fers, d.i. Feldherr …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Doppeln (2) — 2. Doppeln, verb. reg. act. welches nur in den gemeinen Mundarten so wohl Ober als Niederdeutschlandes üblich ist, und mit Würfeln in dem Brete spielen bedeutet. Daher das Doppelspiel, das Bretspiel; ein Doppelstein, so wohl ein Würfel, als auch… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Триктрак — (Trictrac) старинная французская игра, восточного происхождения (из Персии). Была известна и в древности: у греков под именем diagrammismos и у римлян под названием duodena scripta. В средние века называлась у французских авторов jeu des tables,… …   Энциклопедический словарь Ф.А. Брокгауза и И.А. Ефрона

  • Mühle [3] — Mühle, ein Bretspiel, welches von zwei Personen auf einer aus 3 concentrischen, in der Mitte jeder der 4 Seiten durch eine Linie durchschnittenen Vierecken bestehenden Figur (M. genannt) gespielt wird, welche sich meist auf der untern Seite des… …   Pierer's Universal-Lexikon

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  • Psephos — (gr.), Steinchen, bes. ein vom Wasser abgeriebenes, geglättetes; gebraucht als Rechenpfennig im Bretspiel, zu Wahrsagereien (Psephomantie), bes. aber zum Abstimmen in der Volksversammlung. Daher Psephisma, durch Stimmenmehrheit in der… …   Pierer's Universal-Lexikon

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