Warzen

Warzen

Warzen (Verrucae), 1) ein mit Oberhaut bedeckter rundlicher Auswuchs der äußeren Haut durch Wucherung der oberen Lage der Lederhaut. Die Verschiedenheit der Gestalt ist bedingt durch die Theilnahme u. Verlängerung einer größeren od. geringeren Anzahl Tastwärzchen. Man unterscheidet wahre W. u. unter diesen: a) die gewöhnliche harte W. (V. simplex), ein höchstens bohnengroßer Auswuchs; sie treten nicht nur einzeln, sondern auch in Gruppen an Händen, Füßen, Gesicht, Ohren, Vorhaut etc. auf; b) fadenförmige W. (Acrochordon), 2–4 Linien lange härtliche Auswüchse von der Dicke einer Schweinsborste, vorzüglich an der äußeren Fläche der Augenlider, am Eingang der Nasenhöhle u. an den Lippen; c) flache W. (V. planae), ragen kaum über die Hautfläche empor. Manche W. breiten sich nach oben kronenartig aus (Myrmecia), andere sitzen mit breitem Grunde auf (V. sessiles); d) blumenkohlartige W, in der Umgegend des Afters, oft von beträchtlicher Größe; e) hornartige od. borkige W, entwickeln sich als Knötchen u. bilden bis wallnußgroße hornige Geschwülste; f) subcutane W.; g) angeborene W. (Naevus verucocus). Die Entstehungsursachen der harten W. sind meist nicht zu ermitteln. Ost erscheinen sie schnell u. in großer Menge, verschwinden aber auch oft eben so schnell; bleibende werden durch Abbinden, Wegschneiden, Ätzen entfernt; auch hat man allerhand sympathetische Mittel dagegen. Die weichen W. (V. carnosae), sind kleine fleischige, aus Bindegewebe bestehende Anhängsel der Haut, bei Hinzutritt von Fettgewebe aber (V. mollusciformes) erreichen sie zuweilen den Durchmesser eines halben Fußes. Diese Form ist in der Regel angeboren u. kann sehr um sich greifen u. den ganzen Körper besetzen (der sogenannte Warzenschuster in dem Anatomischen Cabinet in Leipzig). Weichwarzen mit festerem u. faserigem Bau stellen die Fibroide der Haut dar, außerdem gehen die Weichwarzen in die zellig gebauten Fettgeschwülste über. 2) W. der Brust, s. Brustwarzen.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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