Adolf

Adolf

Adolf (Adolph), altdeutscher Name, so v.w. Edelwolf; merkwürdig sind: I. Deutscher Kaiser: 1) A. von Nassau, 2. Sohn des Grafen Walram IV. von Nassau, geb. zwischen 1250 u. 1255, folgte seinem Vater in Nassau, erwarb sich unter Rudolf von Habsburg kriegerischen Ruf u. ward nach dessen Tod 1292 zum König der Deutschen[140] gewählt; da er zum Nachtheil der rechten Erben vom Landgrafen Albrecht 1293 Thüringen (s.d.) gekauft hatte, wurde er vor das Kurfürstencollegium geladen, u. da er nicht erschien, wurde er am 23. Juni 1298 abgesetzt u. fiel am 2. Juli d. J. in der Schlacht bei Gellheim gegen den Gegenkönig Albrecht von Österreich, s. Deutschland (Gesch.). II. König von Schweden: 2) A. Friedrich, Sohn des Herzogs Christian August von Holstein-Eutin u. Albertine Friederike von Baden, geb. 1710, seit 1727 Bischof von Lübeck, 1739 Landesadministrator von Holstein-Gottorp, wurde am 3. Juli 1743 zum König von Schweden gewählt u. bestieg 1751 den Thron; starb 13. Februar 1771, s. Holstein (Gesch.) u. Schweden (Gesch.). Er ist Gründer der Akademie der Wissenschaften zu Stockholm; war seit 1744 vermählt mit Louise Ulrike, Prinzessin von Preußen. III. Andere Fürsten: A) Herzog von Baiern: 3) so v.w. Adolf 43). B) Grafen von Berg: 41–111 A. I.–VIII., im 11.–14. Jahrh. regierende Grafen von Berg, s.d. 12) A. IX., regierte 1423–1437; er vereinigte Berg mit Jülich, s.d. 13) A. X., so v.w. Adolf 26). C) Graf von Boulogne: 14) A., reg. 918–933, s. Boulogne. d) Herzog von Geldern: 15) A., Sohn Arnolds v. Egmont, wurde 1477 von Geldern als Herzog anerkannt, fiel aber schon am 22. Juni d. J. vor Tournay; s. Geldern. E) Von Holstein: a) Grafen: 16) A. I., Graf von Schauenburg (a. d. Weser), 1106 (1110) vom Herzog Lothar von Sachsen mit dem jetzigen Holstein belehnt, starb 1133; s. Holstein (Gesch.). 17) A. II., dessen Sohn, reg. bis 1164, s. ebd.; war vermählt mit Gräfin Mathilde von Querfurt. 18) A. III., dessen Sohn, bis 1202, wo er von den Dänen besiegt, gefangen u. in Dänemark eingekerkert wurde; 1203 wurde er freigelassen, nachdem er Holstein entsagt hatte, kehrte nach Schauenburg zurück u. st. 1232; er war mit einer Gräfin v. Dassel verheirathet. 19) A. IV., Sohn des Vor., setzte sich 1224 wieder in den Besitz Holsteins u. reg. bis 1240, wo er in ein Kloster ging u. 1260 starb. Er war vermählt mit Hedwig, Gräfin von Lippe. 20) A. V., Urenkel des Vor., Sohn Johannes II. von Holstein-Wagrien; wurde 1303 ermordet. 21) A. VI., Neffe des Vor., Sohn Johanns III., folgte seinem Vater 1350 u. starb 1390; mit ihm endigte die Linie Wagrien. 22) A. VII., Herzog von Holstein-Rendsburg, Sohn Gerhards III., folgte 1421 seinem Bruder Heinrich III.; die ihm angebotene Krone von Dänemark schlug er aus u. starb 1459. Er war vermählt mit Dorothea, Gräfin von Mansfeld; da er keine Erben hatte, so starb mit ihm das Haus Schauenburg aus u. Holstein kam an Oldenburg; s. Holstein (Gesch.). 23) A. VIII., Herzog von Holstein-Gottorp, Sohn von Friedrich I., König von Dänemark, Stifter der Linie 1544, starb 1586, s. Holstein (Gesch.). Er war seit 1564 vermählt mit Landgräfin Christine von Hessen. 24) A. Friedrich, Herzog von Holstein-Eutin, so v.w. Adolf 2). F) Herzog von Jülich: 25) so v.w. Adolf 12). Gy Von Kleve: 26) A. I., Graf von Mark (als solcher A. III., als Graf v. Berg A. X.), erst Bischof von Münster, dann 1362 durch des Papstes Urban V. Ernennung Erzbischof von Köln (s.d. Erzb.), jedoch ward seine Ernennung vom Capitel angefochten, weshalb er seine geistlichen Stellen niederlegte u. Margarethe, Tochter des Grafen von Jülich u. Berg, heirathete; als diese bald den Schleier nahm, er heirathete er um 1370 mit Margarethe, der Nichte des letzten Grafen Johanns u. Tochter des Grafen Dietrich von Kleve, diese Grafschaft u. folgte Ersterem, erhielt auch die Grafschaft Mark nach dem Tode seines älteren Bruders Engelbrecht 1392 u. starb 1394 zu Kleve, s. Kleve (Gesch.). Er stiftete den Narrenorden. 27) A. II., Herzog zu Kleve, Sohn u. Nachfolger des Vor., erhielt vom Kaiser Sigismund die herzogl. Würde als Lohn seiner Thaten, kriegte lange mit seinem Bruder Gerhard wegen der Vereinigung Kleves mit der Grafschaft Mark u. starb 1448, s. ebd. (Gesch.). H) Gr asen von der Mark: 28) A. I., Sohn des Grafen Friedrich, um 1203–1249. 29) A. II., Sohn Engelberts II., folgte ersterem 1328 u. starb 1347; vermählt mit Margarethe v. Kleve. 30) A. III., so v.w. Adolf 26). 31) A. IV., so v.w. Adolf 27). I) Herzöge zu Mecklenburg: a) Zu M-Schwerin: 32) A. Friedrich, Sohn Johanns V., geb. 1588, folgte seinem Vater 1592 unter Vormundschaft, reg. seit 1611 selbständig u. starb 1658; s. Mecklenburg (Gesch.). Er war vermählt mit Anna Maria, Gräfin von Ostfriesland (starb 1634), u. in 2. Ehe mit Maria Katharine von Braunschweig-Danneberg. b) Zu Strelitz: 33) A. Friedrich I., Sohn des Vor. aus 2. Ehe, geb. nach des Vaters Tode, 1656; gründete die Linie Strelitz, indem er 1701 mit seiner ersten Gemahlin, Marie Herzogin, von Güstrow (st. 1701) Felsburg u. Strelitz erhielt, st. 1708; s. ebd. Er war in 2. Ehe mit Johanne von Sachsen-Gotha (st. 1704) u. in 3. Ehe mit Kath. Emilie Antoinette von Schwarzburg-Sondershausen vermählt. 34) A. Friedrich II., Sohn des Vor., geb. 1686, folgte seinem Vater 1708 unter Vormundschaft u. starb 1709, s. ebd.; vermählt mit Dorothea Sophie von Holstein. 35) A. Friedrich IV., Sohn von K. Ludwig Friedrich III., geb. 1738, folgte 1752 seinem Vater u. st. 1794 ohne Nachkommen, s. ebd. Ky Von Nassau: a) Grafen: 36) A. I., so v.w. Adolf 1). 37) A. II., von Nassau-Idstein, Enkel des Vor. u. Sohn Gerlachs I., stiftete die Linie Nassau-Idstein, reg. 1351–70. 38) A. III., Graf von Nassau-Idstein, Sohn Gerlachs II., st. 1426. 39) A. IV., Sohn Johanns, st. 1504. 40) A. V., Sohn Philipps, st. 1536 kinderlos. Über sie alle s. Nassau (Gesch.). 41) A., Sohn des Fürsten Ludwig Heinrich von Nassau-Dillenburg, geb. 1629, stiftete durch seine Vermählung mit der Erbin der Grafschaft Holzappel u. Herrschaft Schaumburg die Linie von Nassau-Schaumburg, die jedoch mit seinem einzigen Sohne noch vor seinem Tode wieder erlosch. Er starb 1676. Durch die Vermählung seiner jüngsten Tochter Charlotte mit dem Prinzen Leberecht von Anhalt-Bernburg entstand das Haus Anhalt-Bernburg-Schaumburg; s. Anhalt (Gesch.). b) Herzog: 42) A. Wilhelm Karl August Friedrich, Sohn des Herzogs Wilhelm, geb. 24. Juli 1817, folgte seinem Vater am 20. Aug. 1839; s. Nassau (Gesch.); vermählt 1844 mit Großfürstin Elisabeth (st. 1845) u. seit 1851 in 2. Ehe mit Adelheid von Anhalt-Dessau; sein Sohn Wilhelm ist geb. 1852. L) Pfalz: a) Kurfürst von der Pfalz: 43) A. der Einfältige, Sohn Rudots[141] I., reg. 1319–27, s. Pfalz (Gesch.); vermählt mit Gräfin Irmengard von Ötingen. b) Pfalzgraf in der Cleburgschen Linie: 44) A. Johann, reg. 1654–89, s. ebd. M) Herzog von Sachsen: 45) A. Wilhelm, Herzog von Sachsen-Eisenach, Sohn Wilhelms, regierte 1662–68; s. Sachsen. N)) Grafen v. Schauenburg, so v.w. Grafen von Holstein, s. oben Adolf 16) ff. O) Graf von Waldeck: 46) A., Sohn des Grafen Hermann, erscheint zuerst 1230 u. starb 1271; vermählt mit Helene, Gräfin v. Arnsberg. IV. Prinz: 47) A. Friedrich, Herzog von Cambridge, Prinz von Großbritannien, s. Cambridge. V. Geistliche Fürstenn. Bischöfe: A) Kurfürsten von Köln: 48) A. I., Graf von Altena, 1193 erwählt, Nachfolger seines Vaters Bruno III., krönte Philipp von Schwaben zu Aachen, deshalb von Otto IV. 1205 entsetzt, s. Köln (Gesch.). 49) A. II., so v.w. Adolf 26). 50) A. III., Graf von Schauenburg, Kurfürst 1547–52, s. ebd. (Gesch.). B) Kurfürsten von Mainz: 51) A. I., Graf v. Nassau, Bischof von Speier, zum Erzbischof erwählt 1373, trat erst 1380, als er Speier aufgab, die Regierung an, st. 1390. 52) A. II., Graf von Nassau, hatte mit Diethern von Isenburg wegen des Erzstiftes blutige Fehde, überfiel 1462 Mainz, erhielt dasselbe durch Vergleich zu Frankfurt 4463 u. st. 1475; vgl. Mainz (Gesch.). C) Bischof zu Merseburg: 53) Prinz von Anhalt, geb. 1458, 1475 Rector der Universität Leipzig, 1488 Dompropst zu Magdeburg, Bischof zu Merseburg, vertrieb die Juden, verbrannte Luthers Schriften, der ihm seine Theses de indulgentiis widmete. Später wurde er Luthers Lehren geneigter; st. 1526.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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