Lehm

Lehm

Lehm, ein mit Quarzsand gemengter u. durch Eisenoxyd gelb gefärbter Thou, welcher zuweilen auch Kalk enthält u. wegen seines Gehalts an fremden Beimengungen weniger plastisch ist als der Thon, er ist erdig, gelb, doch auch grau, schwärzlich od. roth, hat matten Strich, wird wegen seines Eisengehalts durchs Brennen roth. Der L. ist ein diluviales Gebilde (s.u. Diluvium) u. enthält oft fossile Überreste vorweltlicher Thiere. Er gibt, mit Dammerde vermischt, einen guten Ackerboden u. dient zur Verbesserung leichten Sand- u. Kalkbodens.[222] L., welcher lange der Luft ausgesetzt gewesen, z.B. von alten Lehmwänden, ist ein gutes Düngungsmittel für die Felder, gebrannter L. dient in England auch als Düngung. Der L. wird besonders im Bauwesen angewendet u. zu Lehmsteinen, Lehmwänden, Lehmschindeln (s.d. a.) etc., mit Stroh u. Spreu vermischt (Strohlehm) als Mörtel statt des Kalks gebraucht, doch nur da, wo er der Feuchtigkeit nicht ausgesetzt ist, aber zu allen Feueranlagen, als Herden, Back- u. anderen Öfen, wo Spreu od. Haare darunter gemengt werden. Auch macht man davon Estrich in Scheunentennen. Schon die ältesten Völker, die Babylonier, Ägyptier, Griechen u. Römer bedienten sich des L-s als Baumaterial; in neuester Zeit ist der wohlfeile u. dabei sehr solide Lehmbau wieder häufiger in Anwendung, bes. als Pisé (s.d.), gekommen; ebenso braucht man den L. häufig zur feuersicheren Dachbedeckung, in Verbindung mit Steinkohlentheer (s. Dornsche Dachbedeckung u. Dach II. F) e). Auch dient er zur Bereitung der Formen beim Metallgießen, sowie als Zuschlag zu manchen Schmelzprocessen u. in der Thierheilkunde.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Lehm — Lehm …   Deutsch Wörterbuch

  • Lehm — Lehm, ein durch Eisenoxydhydrat gelb oder braun gefärbter, an Sand (mindestens 10%) reicher, also sehr magerer Ton oder toniger Sand, der teils aus der Verwitterung von kieselsäurearmen, aber feldspatreichen Eruptivgesteinen (Basalte, Melaphyre,… …   Lexikon der gesamten Technik

  • lehm — s. n. [pron. lem] Trimis de siveco, 10.08.2004. Sursa: Dicţionar ortografic  LEHM s.n. (geol.) Rocă sedimentară detritică neconsolidată; argilă nisipoasă. [pron. lem. / < fr. lehm, germ. Lehm] …   Dicționar Român

  • lehm — ● lehm nom masculin (allemand Lehm, argile) Terrain argileux, meuble, résultant de la décalcification du lœss par les eaux d infiltration. ⇒LEHM, subst. masc. GÉOL. Sol argilo sablonneux résultant de la décalcification du lœss par les eaux d… …   Encyclopédie Universelle

  • Lehm — Sm std. (8. Jh.), mhd. leim(e), ahd. leim(o), as. lēmo, Ostmitteldeutsche Lautform für heute nur noch mundartliches Leimen Stammwort. Aus wg. * laima/ōn m. Lehm , auch in ae. lām n. Auf einem s Stamm zu der einfacheren Wurzel beruht anord. leir n …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • lehm — s.m.inv. ES ted. {{wmetafile0}} TS geol. 1. deposito argilloso sabbioso a grana finissima, che costituisce l ultimo prodotto dell azione erosiva esercitata dai ghiacci sulle rocce sottostanti 2. prodotto di alterazione e decalcificazione, spec.… …   Dizionario italiano

  • Lehm — Lehm: Das westgerm. Wort mitteld. mnd. lēm‹e›, mhd. leime, ahd. leimo, niederl. leem, engl. loam gehört zu der unter ↑ Leim behandelten Wortgruppe. Die heutige Form »Lehm« stammt aus dem Mitteld. Mnd. und hat sich im 18. Jh. gegenüber oberd.… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Lehm — (Laimen, Leimen), ein durch Quarzsand, Glimmerblättchen, Eisenhydroxyd und auch wohl etwas Kalk verunreinigter Ton, der je nach seinem Eisengehalt eine hellere oder dunklere, gelbe bis gelbbraune Farbe besitzt; er fühlt sich weniger fettig an als …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Lehm. — Lehm., bei Pflanzennamen Abkürzung für Johann Georg Christian Lehmann, geb. 25. Febr. 1792 zu Haselau in Holstein, gest. 12. Febr. 1860 als Direktor des Botanischen Gartens in Hamburg. Er schrieb Monographien über Primeln (1817), Asperifoliazeen… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Lehm — Lehm, Leimen, meist ockergelbe Erdart, durch Verwitterung verschiedener Gesteine entstanden, aus einer Vermischung von eisenoxydhaltigem Ton und Sand, auch Kalk bestehend; eine diluviale und alluviale Bildung, bedeckt oft weite Flächenräume, gibt …   Kleines Konversations-Lexikon

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