Fladenkrieg

Fladenkrieg

Fladenkrieg, die Rüstung des Kurfürsten Johann Friedrich von Sachsen u. des Herzogs Moritz im Anfang 1542 gegen einander, weil Erster die vom Reich bewilligte Türkensteuer auch im Amte Wurzen, welches dem Bischof von Meißen unter dem Schutz des Kurfürsten u. Herzogs gehörte, einführen wollte. Luther u. der Landgraf Ludwig von Hessen vermittelten, daß den 10. April 1542 ein Vergleich zu Stande kam. Der Krieg heißt so, weil die Soldaten beider Fürsten nichts gethan hatten, als daß sie den sächsischen Bauern die Osterfladen wegaßen; od. weil die entlassenen Krieger schon zu Ostern wieder daheim waren u. die Osterfladen mitessen konnten.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Fladenkrieg — Fladenkrieg, im Munde des Volkes der Name der unblutigen »Wurzener Stiftsfehde«, die in der Karwoche 1542 zwischen dem Kurfürsten Johann Friedrich von Sachsen und dessen Vetter, dem Herzog Moritz von Sachsen, ausbrach, weil ersterer in dem unter… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Fladenkrieg, der — Der Fladenkrieg, des es, plur. inus. in der Geschichte des 16ten Jahrhunderts, eine scherzhafte Benennung des Krieges, zu welchem sich 1542 Churfürst Johann Friedrich von Sachsen und Herzog Moritz, wegen des Stiftes Wurzen, gegen einander… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Fladenkrieg — * Wie im Fladenkriege. Kurzer unblutiger Kampf. (S. ⇨ Blutig.) …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Moritz (Sachsen) — Moritz von Sachsen als Feldherr im Harnisch …   Deutsch Wikipedia

  • Wurzen — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Wurzener Fehde — Die Wurzener Fehde war ein im Jahr 1542 unblutig verlaufener Konflikt zwischen dem ernestinischen Kurfürstentum Sachsen und dem Stift Wurzen um die Eintreibung von Geldern für die Finanzierung der Türkenkriege (Türkensteuer). Hintergrund war… …   Deutsch Wikipedia

  • Moritz [1] — Moritz (germanisirt statt Mauritius, s.d.). I. Regierende Fürsten: A) Landgraf von Hessen Kassel: 1) M. der Gelehrte, Sohn des Landgrafen Wilhelm IV. u. der Sabine von Württemberg, geb. 25. Mai 1572, erhielt eine gelehrte Bildung, so daß er der… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Sachsen [3] — Sachsen (Gesch.). I. Sachsen Wittenberg unter den Askaniern als Herzöge u. Kurfürsten von S. 1180–1422. Bernhard von Askanien, welcher von seinem Vater Albrecht das Land um Wittenberg erhalten hatte u., nachdem ihm nach der Auflösung des… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Wurzen — Wurzen, 1) Gerichtsamt im königlich sächsischen Kreisdirectionsbezirk Leipzig mit 23,100 Ew. in einer Stadt u. 54 Dörfern; 2) Amtsstadt darin, an der Mulde (mit zwei 1350 Fuß langen Brücken) u. der Leipzig Dresdener Eisenbahn; altes Schloß, in… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Deutschland [4] — Deutschland (Gesch.). I. Älteste Geschichte bis zur Völkerwanderung. Die ersten historischen Nachrichten, die wir über germanische Völkerschaften besitzen, rühren von Cäsar her, später berichtet Plinius über dieselben. Beider Angaben sind aber… …   Pierer's Universal-Lexikon

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