Takel

Takel

Takel, 1) im Allgemeinen jedes Windezeug aus zwei od. mehren Blöcken u. einem durch dieselben laufenden Tau (Läufer); bes. aber 2) der auf den Schiffen gebräuchliche, sogenannte Scheibenzug; dieser besteht aus zwei od. mehren Blöcken, durch welche ein Tau läuft u. dient hauptsächlich dazu, um Lasten aufzuziehen. Fährt das Tau blos über eine Scheibe, so daß an dem einen Ende die Last hängt u. an dem andern die Kraft wirkt, um die Last aufzuheben, so wird es Scheibentau genannt; wenn es aber aus zwei einscheibigen Blöcken besteht, so heißt es ein Klappläufer, dann folgt die Talje, welche einen Gang mehr hat, d.h. einen einscheibigen, u. einen Violinblock, od. einen zweischeibigen Block. Nun folgt das T., aus einer Talje, an deren obern od. zweischeibigen Block sich noch ein einfaches Tau befindet, welches um einen einscheibigen Block fährt, u. an welchem die Last hängt, welche in die Höhe gebracht wird. Nach der Stelle, an welcher sich ein Deckel befindet, ändert es auch seinen Namen; an den Masten befinden sich die großen T. u. Seitentakel, Focktakel u. Besahntakel, od. Hinterseitentakel. Anden Nocken der Raaen hängt das Nocktakel, zum Aus- u. Einsetzen des Bootes u. der Schaluppen. Das Pentertakel dient den Anker auf den Bug zu setzen, od. zu kippen. Das Hagtakel od. Ladetakel hängt am großen Hag, über der großen Luke, zum Aus- u. Einladen der Güter, u. ist gewöhnlich eine Talje od. Vierläufer, welcher dessenungeachtet doch das Ladetakel genannt wird. Das Specktakel hängt auf Grönlandsfahrern an einem Topreep, über der großen Luke, u. dient die Speckstücke überzuholen. 3) Die Seile u. Kloben bei einer Rammaschine; 4) so v.w. Takelwerk.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Takel — Takel: Der seemännische Ausdruck für »Segelwerk« wurde im 16. Jh. aus der niederd. Seemannssprache ins Hochd. übernommen. Er geht auf mnd. takel zurück, dem niederl. takel »Takelage« und engl. tackle »Ausrüstung, Zubehör« entsprechen. Die… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Takel — Sn Tauwerk und Hebezeug des Schiffs per. Wortschatz fach. (16. Jh.) Stammwort. Übernommen aus dem Niederdeutschen: mndd. takel, mndl. takel. Zu me. takken lose befestigen, heften , das vielleicht weiter zu der Sippe von Zacken gehört. Kollektiv:… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Takel — Takel, eine schwere Talje (s. d.). Vor Topp und T. beidrehen oder lenzen, im Sturm, wenn keine Segel mehr geführt werden können, beidrehen (s. d.) oder lenzen (s. d.) …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Takel — Takel, schwerer Flaschenzug; Talje, kleiner Flaschenzug …   Lexikon der gesamten Technik

  • Takel — Takel, auf Schiffen Ausdruck für Flaschenzug …   Kleines Konversations-Lexikon

  • takel — takel, ell obs. forms of tackle …   Useful english dictionary

  • Takel — Ta|kel 〈n. 13; Mar.〉 Winde (zum Straffen von Tauen); Sy Talje [<mnddt. takel, verwandt mit Zacken] * * * Ta|kel, das; s, [mniederd. takel = (Schiffs)ausrüstung, H. u.] (Seemannsspr.): 1. schwere Talje. 2. Takelage. * * * …   Universal-Lexikon

  • Takel — Takelage der Brigg Roald Amundsen Die Begriffe Takelage und Takelung werden gelegentlich und irrtümlich synonym verwendet. Sie bezeichnen jedoch zwei unterschiedliche Dinge.[1] Der Begriff Takelage bezeichnet das stehende Gut, also die… …   Deutsch Wikipedia

  • Takel, das — Das Takel, des s, plur. ut nom. sing. ein nur in der Schifffahrt übliches Wort. 1. Dasjenige Hebezeug zu bezeichnen, welches man auf dem festen Lande den Seil und Kloben oder den Flaschenzug nennet. 2. Werden auch alle Schiffsseile, alles Tauwerk …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Takel — (Gien), eine schwere Talje (mit mehr als drei Rollen je Kloben) …   Maritimes Wörterbuch

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