Schwefelkies

Schwefelkies

Schwefelkies, 1) (Eisenkies, Pyrit), ein sehr verbreitetes Mineral, krystallisirt im regulären System, zeigt eine große Mannigfaltigkeit der Krystallformen; am häufigsten ist der Würfel, doch finden sich auch Oktaëder, Granatoeder, Pentagondodekaëder, ferner zahlreiche Combinationen, in welchen hauptsächlich der Würfel u. das Pentagondodekaëder vorherrschen, u. Zwillingsbildungen; die Krystalle sind von der verschiedensten Größe, einzeln eingewachsen, in Drusen u. zu mancherlei Gruppen vereinigt; findet sich auch derb, in krystallinisch körnigen Massen, kugelig, traubig, nierenförmig, knollig; eingesprengt, als Überzug od. Anflug, in Pseudomorphosen, auch als Versteinerungsmaterial; spaltbar nach den Würfelflächen, oft sehr unvollkommen, Bruch muschelig bis uneben, spröd, Härte 6 bis 7, specifisches Gewicht 4,9 bis 5,2; speisgelb, ins Goldgelbe, zuweilen bunt angelaufen, metallglänzend, undurchsichtig, Strich bräunlichschwarz; besteht aus Schwefeleisen, FeS2, zuweilen ist er geld- u. silberhältig. Der S. ist eins der verbreitetsten metallischen Mineralien, er findet sich sehr häufig auf Lagern u. Gängen mit andern Erzen, in manchen Gesteinen in Krystallen eingewachsen, wie im Gyps, Talk- u. Chloritschiefer, od. sein eingesprengt, wie in Schiefern der Steinkohlenformation (Vitriolschiefer), im Thonschiefer etc. Der S. wird hauptsächlich zur Gewinnung von Schwefel, Schwefelsäure, Eisenvitriol u. Alaun, bei manchen Hütenprocessen als Zuschlag angewendet, der goldhaltige wird auf Gold verarbeitet; früher diente er als Feuerstein, daher der Rame Pyrit; 2) strabliger, so v.w. Markasit 2).


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Schwefelkies — (Eisenkies, Pyrit), Mineral, ist ebenso wie der rhombische Markasit (s. d.) Doppelschwefeleisen FeS2, mit 53,3 Proz. Schwefel und 46,7 Proz. Eisen, nicht selten gold , silber und besonders kupferhaltig, auch durch Mangan, Kobalt, Thallium und… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Schwefelkies — Schwefelkies, Eisenkies, Pyrit, Inkastein, Schwefeleisen FeS2 (46,7% Fe, 53,3% S mit geringen Mengen andrer Metalle, auch Silber und Gold). [845] Kristallisiert regulär, besonders in Würfeln; auch derb. Gold bis messinggelb, braun angelaufen,… …   Lexikon der gesamten Technik

  • Schwefelkies — ↑Pyrit …   Das große Fremdwörterbuch

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  • Schwefelkies — Schwe|fel|kies 〈m. 1; unz.〉 = Eisenkies * * * Schwe|fel|kies [↑ Kies (2)]: svw. ↑ Pyrit. * * * Schwe|fel|kies, der: Pyrit. * * * Schwefelkies,   das Mineral Pyrit. (Kiese) * * * Schwe|fel|kies, de …   Universal-Lexikon

  • Schwefelkies — 1Kies: Die Herkunft des seit mhd. Zeit bezeugten Wortes ist nicht sicher geklärt. Vielleicht ist mhd. kis »grobkörniger oder steiniger Sand« mit der baltoslaw. Sippe von lit. žiezdrà »Kies; Korn« verwandt. – Fachsprachlich bezeichnet »Kies« ein… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Schwefelkies — Schwe|fel|kies (ein Mineral) …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Schwefelkies, der — Der Schwêfelkies, des es, plur. doch nur von mehrern Arten oder Quantitäten, die e, ein Kies, dessen vornehmster Bestandtheil Schwefel ist, aus welchem Schwefel bereitet wird. Siehe Kies …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

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