Blasenpflaster

Blasenpflaster

Blasenpflaster (Emplastrum vesicatorium, Empl. cantharidum, Spanischfliegenpflaster, Cantharidenpflaster), Canthariden mit Wachs, Baumöl u. Terpentin (enthält etwa 1/3 Canthariden), wird auf Leinwand od. Papier (Leder klebt nicht gut) gestrichen u. als hautreizendes od. blasenziehendes Mittel gebraucht. Zur Unterstützung seiner Wirkung kann man das Pflaster mit einem fetten Öle bestreichen, wodurch das Cantharidin gelöst wird, od. kann die Haut durch ein Reizmittel (Senf, Essig od. Friction) empfänglicher machen. Um längere Zeit andauernden aber milderen Hautreiz hervorzubringen, mischt man 2 Theilen Cantharidenpulver noch 1 Theil Euphorbium zu. Beständiges B. (Empl. canth. perpetuum, gewöhnlich Immerwährende spanische Fliege genannt), enthält blos 1/15 Cantharidenpulver; auch setzt man wohl noch Kampher (Empl. ves. camphoratum) u. mehrere andere Stoffe zugleich (Empl. ves. compositum) zu. Das Drouotsche B. ist Englisches Pflaster mit einem ätherischen Extracte der Canthariden u. des Seidelbastes mit etwas Sandarach überzogen. Die Anwendung des B. ist sehr häufig u. oft von großem Vortheil, zur Hebung der Lebenskräfte durch äußeren Reiz, bei örtlichen Lähmungen, zur Ableitung durch Gegenreiz, bei Krampfkrankheiten, Rheumatismen u. in anderen Fällen. Man läßt es gewöhnlich so lange liegen, bis sich eine Blase bildet od. auch bis zu einer lebhaften Hautröthe, welche sich zugleich durch schmerzhaftes Gefühl andeutet. Die entstandene Blase öffnet man dann u. legt ein frisches Kohlblatt auf. Bei sehr empfindlichen Personen hat man wohl auch beim Gebrauch eines B. ein Stück Milchflor[850] zwischen dasselbe u. die Haut gelegt. Zuweilen beabsichtigt man die durch ein B. erzeugte Hautwunde in längerem Flusse zu erhalten u. in eine eiternde Fläche zu verwandeln; dies geschah bes. früher durch nachträgliches Auflegen von reizenden Salben, Pflastern od. Wiederholung von Cantharidenpräparaten, s. Blasensalbe.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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