Selbsterhitzung des Futters

Selbsterhitzung des Futters

Selbsterhitzung des Futters, geschieht folgendermaßen: Man stellt 3 breterne, gewöhnlich 4eckige Bottiche, von denen jeder so viel Raum enthält, als Futter für 1 Tag erforderlich ist, an einem trockenen, warmen, luftreinen Orte auf hölzernen od. steinernen Unterlagen auf. Man mengt zerkleinerte Kartoffeln unter Befeuchten mit Wasser mit Häcksel u. Spreu auf eine Tonne u. stampft die Masse nach gehöriger Mengung in den ersten Bottich. Auf jede Lage des Futters streut man etwas Salz od. begießt sie mit verdünnter Melasse. Bei kalter Witterung bedeckt man jeden gefüllten Bottich mit einem Deckel so lange, bis die Gährung eintritt. Allmälig entwickelt sich darin Wärme, u. bei weder zu warmer noch zu kalter Witterung ist die Gährung am dritten Tage vollendet u. das Futter zur Verabreichung reif. Den zweiten Tag wird der zweite Bottich, den dritten Tag der dritte Bottich auf diese Weise vorbereitet. Am vierten Tag nach geschehener Fütterung wird der erste Bottich wieder auf obige Weise angelegt u. mit den übrigen nach gleicher Ordnung verfahren. Um einer nachtheiligen Gährung, welche bei zu großer Wärme entsteht, vorzubeugen ist es rathsam, der Luft durch Öffnen der Fenster u. Thüren freien Zutritt zu verschaffen. Bei Bereitung dieses Futters ist vorzüglich darauf zu sehen, daß nur reines, gutes u. eingebrachtes Futter dazu verwendet u. daß die Bottiche nach jedem Herausnehmen des Futters gut gereinigt werden, damit keine Säuerung eintritt. In der Regel wird das Rindvieh mit selbsterhitztem Futter gefüttert, doch ist es auch den Schafen gedeihlich. Die Vortheile der S. bestehen darin, daß dadurch die Nahrungstheile des Futters besser aufgelöst u. das harte Futter weicher u. zur Verdauung geschickter gemacht wird. Auch ist die S. wohlfeiler als das Aufbrühen, indem das Holz erspart wird.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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