Simson [1]

Simson [1]

Simson (hebr. Schim'schon, gr. Sampson, lat. Samson, d.i. der Verwüster), der hebräische Nationalheid, Sohn des Manoah, aus dem Stamm Dan, wurde geboren, nachdem seine Mutter lange unfruchtbar gewesen war. Jung ging er mit nach Thimnath u. fand daselbst ein Mädchen, welches ihm gefiel u. welches er sich von ihren Eltern zur Frau. erbat. Auf dem Wege zu ihr zerriß er einen Löwen u. als er später zu seiner Hochzeit gen Thimnath reiste, fand er, daß in dem Aas ein Bienenschwarm gebaut hatte. Dies gab ihm Gelegenheit bei der Hochzeitsfeier den versammelten Philistern das Räthsel: Speise ging von dem Fresser u. Süßigkeit von dem Starken, aufzugeben, dessen Lösung ihn seine Braut ihr zu sagen bat, worauf sie es ihren Landsleuten verrieth. Um die versprochenen Geschenke geben zu können, erschlug S. zu Askalon 30 Philister u. brachte deren Kleider denen, welche das Räthsel gelöst hatten. Als er sich darauf von seiner Frau entfernt hatte u. sein Schwiegervater meinte, S. werde nicht wieder kommen, so verheirathete er die Tochter an einen Andern. Darüber erzürnt, nahm S. 300 Füchse, band sie mit den Schwänzen zusammen u. dazwischen Feuerbrände, jagte die Füchse durch die Felder der Philister u. richtete ihnen einen großen Schaden an. Darauf aber entfernte er sich nach der Höhle Etham, um der Rache derselben zu entgehen. Als die Philister kamen u. keine Auslieferung verlangten, übergaben die Juden denselben den S. gebunden; aber S. zerriß seine Fesseln u. mit einem Eselskinnbacken erschlug ei mehre seiner Feinde. Als er später in Gaza über Nacht blieb, wollten ihn die Philister fangen, allein er nahm in der Nacht die Stadtthore u. trug sie auf einen Berg. Lange hatten die Philister ihn unschädlich zu machen versucht; endlich gelang es ihnen durch die Delila, ein freies Mädchen zu Sorek; diese schnitt ihm das Haar ab, u. weil darin seine Stärke lag, so konnte er sich gegen die Rache Fordernden nicht vertheidigen; er wurde gefangen u. geblendet u. mußte zu Gaza in einer Mühle arbeiten. Als ihm nach einem Jahr das Haar wieder gewachsen war, wurde er zu einem Feste geführt, u. hier riß er die Säulen des Tempels um, so daß die Festbegeher sämmtlich umkamen, mit ihnen aber auch er selbst. Von seinen 38 Lebensjahren soll er auch 20 Jahre Richter in Juda gewesen sein. Vgl. Dietrich, Zur Geschichte S-s, Gött. 1778; Lehmann, De Simsone molitore, Wittenb. 1711; Roskoff, Die Simsonssage nach ihrer Entstehung, Form u. Bedeutung u. der Heraklesmythus, Lpz. 1860.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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