Zaluski

Zaluski

Zaluski (spr. Saluski), 1) Andrzej Chrysostom, geb. um 1650; wurde 1674 Canonicus von Krakau u. als polnischer Geschäftsträger nach Portugal, Spanien u. Frankreich geschickt. Nach seiner Rückkehr wurde er 1679 Bischof von Kiew, 1684 Bischof von Czernichow u. 1699 Bischof von Ermeland u. Großkanzler von Polen. Als solcher begleitete er den König August nach Dresden, kehrte aber auch nach der Schlacht von Pultawa mit ihm nach Warschau zurück u. trat sein Amt als Großkanzler wieder an. Auf einer Reise durch Sachsen st. er 1711 in Buttstädt. Er schr.: Reden auf den Reichstagen u. in dem Staatsrath, Lemb. 1689; Epistolae historico-familiares, Braunsb. 1709–1711, 6 Bde. 2) Jozef Andrzej, Neffe des Vor., geb. 1701; wurde zuerst Canonicus in Plock u. unter August II. Großreferendar des Reiches. Nach dem Tode Augusts II., 1733, trat er auf die Seite Stanislaw Leszcynski's u. ging nach Rom, um dessen Thronbesteigung dem Papst zu melden; hier blieb er bis 1736 u. ging von da zu seinem König, welcher indessen vor August III. hatte weichen müssen, nach Lothringen, kehrte aber nach Kurzem, mit August III. ausgesöhnt, nach Polen zurück u. wurde Bischof von Kiew; da er auf dem Reichstage von 1766 gegen Rußland, welches die Dissidenten unterstützte (s. Polen S. 258), sprach, so wurde er arretirt u. in Kaluga internirt; erst 1773 freigelassen, starb er 9. Januar 1774. Er sammelte eine große Bibliothek, welche er 1748 in Warschau dem Publicum eröffnete u. testamentarisch dem polnischen Volke schenkte (sie wurde 1795 nach Petersburg geschafft). Er schr. u.a.: Specimen historiae polonicae criticae, Danz. 1733; Programma litterarium ad bibliophilos, ebd. 1743; Anecdota singularia celsissimae Jablonoviorum domus, Warschau 1752; Bibliotheca poetarun, polonorum, ebd. 1752; mehre Schauspiele u. Gedichte in Polnischer Sprache, worunter eine Beschreibung von den Drangsalen, welche er in seiner Gefangenschaft erduldete, ebd. 1773, u. Biblioteka historikow, herausgeg. Krakau 1832. 3) Andrzej Stanislaw, älterer Bruder des Vor., studirte Theologie, wurde unter August II. Bischof von Plock u. 1735 Großkanzler des Reiches u. unter August III. Bischof von Krakau; er wirkte sehr eifrig für die Hebung des kirchlichen u. wissenschaftlichen Lebens in Polen u. st. 16. December 1758. Er sammelte ebenfalls eine Bibliothek u. vereinigte dieselbe mit der seines Bruders. 4) Graf, war früher Adjutant des Kaisers Alexander I.; in den Hochverrathsproceß nach dem Tode Alexanders I. verwickelt, wurde er in dem Erkenntniß des Senats (s. Polen S. 264) freigesprochen, betheiligte sich aber bei der Revolution 1830. Er verließ nach deren Unterdrückung Polen u. lebte in Krakau; 1848 wurde er von dem Kaiser von Österreich zum Nationalgardencommandanten[513] für Galizien mit dem Range eines Generals ernannt, legte aber diese Stelle bald nieder u. lebte auf seinen Gütern im Sanoker Kreise. Bei dem Einrücken der Russen zur Unterstützung Österreichs gegen die ungarischen Insurgenten wurde Z. verhaftet u. nach der Festung Zamosc gebracht, um ihn für die Zeit des Krieges zu hindern Verbindungen in Polen anzuknüpfen.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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