Kolberg

Kolberg

Kolberg, 1) Stadt im Kreise Fürstenthum des preußischen Regierungsbezirks Köslin der preußischen Provinz Pommern, an der Persante, welche 1/2 Stunde von da in die Ostsee mündet u. den Hafen Münde bildet; hat 3 Vorstädte, Marktplatz mit steinerner Statue Friedrich Wilhelms III., 5 Kirchen, darunter bes. die Dom- u. Marienkirche große Wasserleitung, welche die Stadt mit Trinkwasser versorgt, Evangelisches Fräuleinstift, höhere Realschule, Schifffahrtsschule, bedeutendes Salzwerk, See-, Sool- u. Dampfbad, Weberei, Fischerei, Wollmärkte, Schifffahrt u. Handel; Freimaurerloge: Wilhelm zur Männerkraft; 10, 050 Ew. Bis 1810 befand sich hier ein Domcapitel. K ist Festung dritten Ranges u. besteht aus einer Umwallung mit Bastions u. nassen Gräben u. den gewöhnlichen Außenwerken. Die Münde (Hafen), so wie die Maikuhle sind stark befestigt. K. kommt seit der slawischen Zeit als Colobrega vor, wurde 1102 von dem Herzog Boleslaw von Polen vergebens belagert, 1247 (1277) von den Herzögen von Pommern an das Stift Kamin vertauscht. 1462 machten die Bürger einen Aufstand gegen das Capitel. 1530 wurde die Reformation hier eingeführt; 1631 wurde K. von den Schweden nach langer Belagerung genommen u. von denselben, obgleich K. mit Kamin 1648 an Brandenburg kam, erst 1653 geräumt. Nun legte der Kurfürst eine Ritterakademie hier an, welche Friedrich I. nach Berlin verlegte. Im Siebenjährigen Krieg wurde K. 1758, 1760 u. 1761 von den Russen belagert u. erst das letzte Mal genommen; im Preußisch-französischen Kriege 1806 u. 1807 von den Franzosen vergebens belagert u. durch Gneisenau[655] unter Beihülfe Nettelbecks bis zum Frieden gehalten.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Kolberg — (Colberg), Stadt im preuß. Regbez. Köslin, Kreis K. Körlin, ehemalige Hauptstadt des Herzogtums Kassuben, an der Persante, die bei den nahen Vorstädten Münde und Strandvorstadt Wappen von Kolberg. in die Ostsee mündet, Knotenpunkt …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

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