Schaden [3]

Schaden [3]

Schaden, 1) (Damnum), jeder vermögensrechtliche Nachtheil, welchen Jemand erleidet. Man theilt ihn in positiven S. (D. emergens), wenn die Minderung des Vermögens sich auf einen schon gegenwärtigen Bestandtheil desselben bezogen hat; u. negativen S. (Lucrum cessans, entgangener Gewinn), wenn er einen erst künftigen, noch zu erwartenden betraf. Eine allgemeine Theorie des Schadenersatzes, d.h. der Rechtsgrundsätze, nach denen ein Anderer verbunden ist den entstandenen S. dem Verletzten durch Hingabe eines Äquivalentes an Geld auszugleichen, läßt sich bei der Verschiedenheit der Verhältnisse, unter denen ein S. entstehen kann, nicht geben, obschon mehrfache Versuche hierzu (vgl. Schömann, Lehre vom Schadenersatz, 1805 f., 2 Bde; Hänel, Lehre vom Schadenersatz nach heutigem Römischem Recht, 1823) gemacht worden sind. Ein wesentlicher Unterschied beruht dabei darin, ob der S. in Vertragsverhältnissen od. außerhalb derselben entstanden ist; im ersteren Falle entscheiden über die Berechtigung u. das Maß des Schadenersatzes die Grundsätze, welche in Betreff der speciellen Vertragsobligationen gelten; im anderen Fall kann der Ersatz des S-s nur da gefordert werden, wo derselbe widerrechtlich entweder in Folge eines Verbrechens od. wenigstens durch schuldhafte Nachlässigkeit eines Anderen herbeigeführt wurde. Ein blos zufälliger S. (casueller S.) ist von dem zu tragen, welchen der Zufall gerade betrifft (Casum sentit dominus). Über die Berechnung des S-s gelten als allgemeine Grundsätze: nur wirkliches Vermögensinteresse kann Gegenstand der Forderung auf Schadenersatz sein; ein bloßes Affectionsinteresse, welches der Beschädigte an dem ihm entzogenen od. beschädigten Gegenstand gehabt hat, kommt daher nicht in Betracht. Nur der Nachtheil kommt ferner in Anschlag, welcher durch das beschädigende Ereigniß selbst wirklich hervorgebracht worden ist. Nur bei dem positiven S. wird der Regel nach der durch individuelle Umstände u. Verhältnisse vermittelte Verlust berücksichtigt; hinsichtlich des entzogenen Gewinnes kommt dagegen blos der gemeine, durch die Sache u. ihre allgemeine Bestimmung selbst gegebene Verlust (Utilitas circa rem ipsam) in Anschlag. Die Geltendmachung des Rechtes auf Schadenersatz kann im Wege des Civilprocesses bei Schäden, welche in Folge von Verbrechen entstanden, aber auch in Verbindung mit der criminellen Verfolgung der letzteren durch den sogenannten Adhäsionsproceß (s.d.) erfolgen. In den Fällen, in welchen der S. durch einen Dolus, grobe Fahrlässigkeit od. Ungehorsam gegen richterliche Verfügungen entstanden u. das Recht auf Restitution od. Verweisung der entzogenen Sache begründet ist, ist dem Beschädigten ausnahmsweise die Befugniß gegeben das Maß des erlittenen S-s selbst durch eine eidliche Betheuerung (Jusjuruandum in litem, Würderungseid,[56] s.u. Eid B) cc) zu erweisen; sonst finden über den Beweis des S-s die gewöhnlichen Grundsätze statt, wobei bes. die Beweisführung durch Sachverständige (s.d.) häufig Anwendung findet; 2) körperliche Verletzung an einem leblosen u. bes. an einem lebendigen Gegenstande; 1) so v.w. Orgasches Krankheitsübel; offener S., so v.w. äußeres Geschwür; 4) so v.w. Verlust.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

Нужно сделать НИР?

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Schäden — Schäden …   Deutsch Wörterbuch

  • Schaden — Schäden durch Hurrikan Katrina Schaden ist ein Nachteil durch Minderung oder Verlust an Gütern und damit das Gegenteil von Nutzen oder auch negativer Nutzen. Schaden kann materiell oder immateriell sowie tatsächlich oder erwartet sein. Allgemein… …   Deutsch Wikipedia

  • Schaden — Schaden: Das altgerm. Substantiv mhd. schade, ahd. scado, niederl. schade, aengl. sceađa, schwed. skada stellt sich mit dem anders gebildeten got. skaÞis »Schaden, Unrecht« zu einem im Got. und Aengl. bewahrten starken Verb, vgl. got. skaÞjan… …   Das Herkunftswörterbuch

  • schaden — Schaden: Das altgerm. Substantiv mhd. schade, ahd. scado, niederl. schade, aengl. sceađa, schwed. skada stellt sich mit dem anders gebildeten got. skaÞis »Schaden, Unrecht« zu einem im Got. und Aengl. bewahrten starken Verb, vgl. got. skaÞjan… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Schaden — Schaden, verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben bekommt, Schaden zufügen, in der weitesten Bedeutung, den Zustand eines Dinges oder einer Person unvollkommner machen, mit der dritten Endung der Person. Vieles Wachen schadet der Gesundheit …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Schaden — (in festen Wendungen auch Schade) Sm std. (8. Jh.), mhd. schade, ahd. scado, as. skatho Schaden, Nachteil, Räuber Stammwort. Aus g. * skaþōn m. Schaden , auch in anord. skađi, ae. sceaþa Schädiger , afr. skatha Schaden, Nachteil, Frevler .… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Schaden — [Aufbauwortschatz (Rating 1500 3200)] Auch: • schaden • schädigen • beschädigen Bsp.: • Es ist nichts passiert (= Es wurde kein Schaden angerichtet). • Das Gewitter richtete großen Schaden an …   Deutsch Wörterbuch

  • schaden — [Aufbauwortschatz (Rating 1500 3200)] Auch: • Schaden • schädigen • beschädigen Bsp.: • Es ist nichts passiert (= Es wurde kein Schaden angerichtet). • Das Gewitter richtete großen Schaden an …   Deutsch Wörterbuch

  • schaden — V. (Grundstufe) für jmdn. schädlich sein Beispiele: Alkohol schadet der Gesundheit. Das kann seinem guten Ruf schaden …   Extremes Deutsch

  • schaden — schaden, schadet, schadete, hat geschadet Ein kleines Glas Wein kann nicht schaden …   Deutsch-Test für Zuwanderer

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”