Chalkis

Chalkis

Chalkis (a. Geogr.), 1) Hauptstadt der Insel Euböa, hing durch. einen Brückendamm über den Meeresarm Euripos mit dem Festlande zusammen. Die Einw. waren kunstliebend, handeltreibend u. tapfer im Seegefecht. Verehrt wurde in Ch. bes. Apollo, dessen Haupt auch die Münzen von Ch. auf dem Avers (auf dem Revers eine Lyra) zeigen. In Ch. starb Aristoteles. – Den Namen soll Ch. von der Nymphe Chalkis, Tochter des Asopos, erhalten haben; der Sage nach vom Athener Kothos, nach And. von Pandoros noch vor dem Trojanischen Kriege, wahrscheinlich aber von den Ellopiern gegründet u. durch die wandernden Jonier u. zurückgebliebenen Ätolier ausgebildet. Die Aristokraten hießen hier Hippobotä (Roßnährer). Die Chalkidäer unterwarfen sich auch Theben u. zogen Tribut daher; doch erschlug Amphitryon den chalkidischen König Chalkodon am Teumessos u. befreite Theben von dem chalkidäischen Joche. Früh schon schickten sie Colonien nach Unteritalien u. Sicilien, wie denn Rhegium zum Theil, Cumä, Leont ini u. Catana chalkidäische Gründungen waren. Gegen das Ende des 6. Jahrh. v. Chr. verband sich Ch. mit Sparta, um den vertriebenen Isagoras nach Athen zurückzuführen. Im Perserkriege mit Athen verbündet, fiel es nach Athens unglücklichem Kriege gegen Böotien ab, wurde aber 446 v. Chr. von Perikles wieder unterworfen, die Aristokraten vertrieben u. eine demokratische Verfassung eingeführt. Im Peloponnesischen Kriege machte sich Ch. wieder frei von Athen. Ch. erhielt sich noch lange, später wurde es von Justinian noch mehr befestigt. Im Mittelalter hieß Ch. Euripus; jetzt Egripo. 2) Stadt auf Chalkidike, s.d. 1); 3) Stadt an der Küste Ätoliens, j. Ruinen bei Kakiskala; 4) Grenzgebirg von Ätolien gegen die Ozolischen Lokrer; j. Varasova, nach And. Galata; 5) Hauptstadt der Provinz Chalkidiki in Syrien; j. Kinnesrin od. Alt-Aleppo; 6) (Ch. ad Belum), Stadt in der syrischen Provinz Apamene, Residenz des Beherrschers des Gefildes Marsyas, vielleicht jetzt Kalaat el Hoßa.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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