Götzen

Götzen

Götzen, ein ans Franken stammendes Geschlecht, welches im 13. Jahrh. mit den deutschen Rittern nach Brandenburg u. Preußen ging, sich daselbst niederließ u. gegenwärtig noch in zwei Linien blüht, von denen die erste 1633 in den Freiherren- u. 1635 in den Reichsgrafenstand, die zweite 1794 in den preußischen Grafenstand erhoben wurde. 1) Johann, Graf von G, geb. 1599; nahm 1615 böhmische, dann als Oberstlieutenant Mansfeldsche Kriegsdienste u. trat nach Mansfelds Tode 1625 zu den Kaiserlichen über, wo ihn Wallenstein zum Oberst eines Infanterieregiments u. Statthalter von Rügen ernannte; er verheerte Pasewalk, schlug 1631 bei Kotbus ein schwedisches Corps, führte dann Hülfe nach Böhmen, wurde aber von Arnim bei Limburg an der Elbe geschlagen; 1633 vom Kaiser zum Freiherrn erhoben, befehligte er 1634 die Kaiserlichen in Schwaben, commandirte bei Nördlingen den den Sieg entscheidenden rechten Fligel, wurde deshalb 1635 Graf, vertrieb die Schweden aus Würzburg, focht 1636 gegen den Landgrafen Wilhelm von Hessen, war dann in Westfalen, vereinigte sich mit Hatzfeld u. entsetzte Anfang 1637 mit ihm Leipzig, befehligte nach der Schlacht bei Rheinfelden am Oberrhein u. 1638 als Feldmarschall gegen Bernhard von Weimar, wurde aber von demselben bei Wittenweiler geschlagen, verlor bei dem Versuche Breisach zu entsetzen, seine Armee u. wurde deshalb vor ein Kriegsgericht gestellt, aber 1641 freigesprochen, eroberte 1643 u. 1644 fast ganz Schlesien wieder, focht 1644 in Ungarn u. Siebenbürgen gegen den Fürsten Rakoczy, zog 1645 gegen Torstenson nach Böhmen u. fiel 24. Febr. 1645 bei Jankowitz. 2) Graf Sigismund Friedrich, Sohn des Vor.; er war Generalfeldwachmeister u. Oberst, gründete die noch blühende Linie in Böhmen u. st. 13. Jan. 1661. 3) Graf Friedrich Wilhelm, war königlich preußischer Generallieutenant, Gouverneur von Glatz etc. u. diente 25 Jahre lang dem König Friedrich II. als Flügel- u. Generaladjutant, war sein steter Begleiter in Krieg u. Frieden u. sein Mitkämpfer in allen Schlachten; er st. 15. März 1794 in Glatz. I. Linie, vormals, in Böhmen, deren Chef ist: 4) Graf Karl, Sohn des 1855 verstorbenen Grafen Johann Anton Ernst, geb. 2. Aug. 1815, ist vermählt seit 1844 mit Luise, geb. Seidl (geb. 1821); sein Sohn Karl ist geb. 1847. II. Linie, vormals in Brandenburg, deren Chef[515] ist: 5) Graf Kurt, Sohn des 1794 verstorbenen preußischen Generallieutenant Freiherrn Friedrich Wilhelm, geb. 16. Juli 1791, ist seit 1834 in zweiter Ehe vermählt mit Molly, geb. Massely (geb. 1809); sein Sohn erster Ehe mit Luise Mathilde, geb. Gräfin von Reichenbach-Goschütz (geschieden), Gustav, ist geb. 1817.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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