Seine

Seine

Seine (spr. Sähn), 1) Fluß in Nordostfrankreich, entspringt im Departement Côte d'or, unweit St. Seine u. Chanceaux, 1338 Fuß hoch, am Fuße des Berges Tasselot, durchfließt die Departements Aube, Seine-Marne, Seine-Oise, Seine, Eure u. Nieder-Seine, nimmt 25 Flüsse auf (darunter die Ourcq, Aube, Yeres, Marne, Oise, Andelle rechts, Yonne, Loing, Eure, Rille links), macht viele Krümmungen, bes. am Ende ihres 97 Meilen langen Laufes, wird bei Troyes schiffbar u. bildet beim Ausfluß in den Kanal (La Manche) zwischen Havre de Grace u. Honfleur eine meerbusenähnliche Mündung. Ebbe u. Fluth reichen bis gegen 30 französische Meilen aufwärts. Ihr Gebiet wird auf 2140 QM. berechnet. Auf ihr gehen zahlreiche Dampfschiffe. Sie ist der wichtigste Fluß für Frankreich; die Einfahrt in ihre Mündung ist des Sandes wegen beschwerlich, doch können große Schiffe bis nach Rouen kommen; durch sie hat Paris Antheil an dem Seehandel. Mit der S. sind durch die Kanäle von Briare u. Orleans die Loire u. durch den von St. Denys die Oise verbunden. Der Kanal von Ourcq (s.d. 2) ist nur zum Theil ausgeführt. Nach ihr führen vier Departements den Namen. 2) Departement S., Theil von Isle de France, kleinstes, aber durch die in demselben liegende Hauptstadt Paris volkreichstes Departement in Frankreich, 8, at QM., ganz vom Departement Seine-Oise umgeben, meist eben (Hügel: Montmartre), Bewässerung kommt durch die S., Ourcq u. mehre Bäche; gut angebaut; Hauptproducte: Gemüse, Obst u. Hülsenfrüchte, Milch u. Butter, Gyps etc., eine große Plage sind die Ratten; die Industrie steht auf einer sehr hohen Stufe der Vollkommenheit (vgl. Paris S. 690); zahlreiche Eisenbahnen durchschneiden das Derpartement (s.u. Paris S. 690); Gesammtbevölkerung einschließlich der Hauptstadt Paris (im Jahr 1861) 1,953,660 Ew.; Eintheilung in die drei Arrondissements Paris, St. Denys, Sceaux, 20 Cantone u. 81 Communen; Hauptstadt: Paris, das Departement gehört zur ersten Militärdivision u. zum ersten Militärobercommando[799] (Paris); 3) (S.-Oise, spr. S.-Oas), Departement, gebildet aus den alten Landschaften Isle de France, Vexin Français, Montois, Hurepoix, Brie Françoise, od. deren Theilen, hat 102,12 QM., ist meist eben, wenig hügelig, fruchtbar, wohl angebaut; Flüsse: S., Oise, Marne, Essone, Juine, Ept u.a., viele Bäche; Producte: Hausthiere, Fische, Feld- u. Gartenfrüchte, Obst, Wein, Gyps. Die Schafzucht ist sehr verbessert worden, in Rambouillet ist eine große Merinoschäferei; Industrie namentlich in gewebten Waaren, Porzellan etc. von Bedeutung; Handel; die verschiedenen von Paris (s.d. S. 690) ausgehenden Eisenbahnen durchschneiden das Departement; Eintheilung in die sechs Arrondissements: Versailles, Nantes, Pontoise, Rambouillet, Corbeil, Etampes mit 36 Cantonen, 684 Communen u. (1856) 484,179 Ew.; Hauptstadt: Versailles; das Departement gehört zur ersten Militärdivision u. zum ersten Militärobercommando (Paris); 4) (S.-Marne, spr. S.-Marn), Departement, aus Theilen von Isle de France u. Champagne gebildet, östlich von Seine-Oise liegend, 107,27 QM., ist etwas hügelig, fruchtbar an Feld- u. Gartenfrüchten, Obst, Holz u. den gewöhnlichen Zuchtthieren; Flüsse: S. (mit Yeres), Marne, großer u. kleiner Morin, Yonne u.a., der Kanal von Briare; Industrie in Glas, Papier, Töpferwaaren; Handel mit Getreide, Obst, Holt, Käse (Fromage de Brie) etc.; die Eisenbahnen von Paris nach Dijon (Lyon etc.) u. Nancy (Strasburg etc.) durchscheiden das Departement; Eintheilung in die fünf Arrondissements Melun, Provins, Fontainebleau, Coulommiers, Meaux, 29 Cantone, 527 Communen u. (1856) 341,382 Ew.; das Departement gehört zur ersten Militärdivision u. zum ersten Militärobercommando (Paris); 5) (S. inférieure, spr. S. öngferiöhr), so v.w. Nieder-Seine, s.d.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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