Moabiter

Moabiter

Moabiter, ein heidnischer Volksstamm, von Moab, einem Sohne Lots, abstammend, bewohnte das größtentheils durch den Nebo, Pisga u. Peor gebirgige, aber von fruchtbaren Thäfern durchschnittene, mit der Hauptstadt Ar od. Rabbath Moab u. der starken Festung Kir Moab östlich vom Todten Meere gelegene Land; sie hatten von hier die Emim vertrieben, verloren aber dann durch die Amoriter den nördlichen Theil ihres Gebietes bis an den Fluß Arnon. Sie versorgten die Israeliten auf ihrem Zuge durch die Wüste mit Lebensmitteln, brachten zur Zeit der Richter die südlich gelegnen, israelitischen Stämme, namentlich den Stamm Benjamin 18 Jahre lang in Abhängigkeit u. erhielten Tribut von ihm. Saul führte Krieg mit den M., aber erst David machte sie zinsbar. Bei der Theilung des Reichs (975 v. Chr.) kamen sie an Israel, wurden aber nach Ahabs Tode (897) abtrünnig u. fielen mit den Ammonitern u. Edomitern in das Reich Juda ein, wurden jedoch zurückgewiesen. Josaphat in Verbindung mit Joram bekriegte sie (um 895) u. scheint sie wieder unterworfen zu haben. indeß fielen sie unter Joas wieder ab, bis sie Jerobeam II. zu Anfang des 8. Jahrh. v. Chr. wieder in Gehorsam brachte. Bei der Annäherung der Chaldäer gegen das Jüdische Reich unterstützten sie diese mit Hülfstruppen gegen Jerusalem u. verbündeten sich wiederum mit denselben bei der Belagerung Jerusalems 558 v. Chr., aber Nebukadnezar soll sie selbst im 5. Jahre nach Jerusalems Zerstörung bekriegt haben; nach der Rückkehr der Israeliten aus der Babylonischen Gefangenschaft verschwindet der Name M. unter den arabischen Völkerschaften.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Moabīter — Moabīter, semit. Volksstamm im nördlichen Arabien, südöstlich vom Toten Meer, die Bewohner von Moab (s. d.). Als Stammvater wird Moab, Sohn Lots, genannt (1. Mos. 19, 37). Todfeinde Israels, trieben sie Baalsdienst und verehrten als höchste… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Moabiter — Moabiter, Volk auf der Ostseite des todten Meeres, von Loth abstammend, den Israeliten größtentheils feindlich, verloren sich zur Zeit der pers. Herrschaft unter den Arabern …   Herders Conversations-Lexikon

  • Moabiter — Die Moabiter waren ein Volk, das östlich des Toten Meeres und südlich des Arnon lebte. Inhaltsverzeichnis 1 Geschichte 2 Religion 3 Bibel 4 Siehe auch …   Deutsch Wikipedia

  • Moabiter — Mo|a|bi|ter 〈m. 3; in der Antike〉 Angehöriger eines semit. Volkes in der Landschaft Moab östl. des Toten Meeres * * * Mo|a|bi|ter, der; s, : Bewohner von Moab …   Universal-Lexikon

  • Moabiter — Mo|a|bi|ter (Bewohner von Moab; Bewohner von Berlin Moabit) …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Moabiter Gondel — war ein etwa 13 Meter langer Berliner Bootstyp und stellte einen Mischtyp aus Treckschute und Venezianischer Gondel dar. Von etwa 1800 bis 1880 wurden diese Gondeln gebaut, zuletzt auf der Schiffswerft Jahnke an der Moabiter Brücke in Berlin.… …   Deutsch Wikipedia

  • Moabiter Brücke — 52.52163888888913.348291666667 Koordinaten: 52° 31′ 17,9″ N, 13° 20′ 53,9″ O f1 …   Deutsch Wikipedia

  • Moabiter Werder — Karte des Moabiter Werder Moabiter Werder ist die Bezeichnung für ein Gebiet, das sich im Berliner Ortsteil Moabit (Bezirk Mitte) am Nordufer der Spree zwischen dem Hauptbahnhof im Osten und dem „Bundespräsidenten Dreieck“ im Westen erstreckt.… …   Deutsch Wikipedia

  • Moabiter Klostersturm — Der Moabiter Klostersturm war der Angriff einer etwa 3.000 Personen umfassenden Gruppe von Berlinern auf eine kurz zuvor eingeweihte katholische Kapelle im Berliner Arbeiterviertel Moabit im August 1869. Vorangegangen war die Gründung eines… …   Deutsch Wikipedia

  • Moabiter Hefte — Musa Cälil Musa Mostafa ulı Cälil (alternative Schreibweise Cəlil, tatarisch kyrillisch Муса Мостафа улы Җәлил; russifiziert Муса Мустафович Джалиль, transkribiert Mussa Mustafowitsch Dschalil, weitere Schreibweisen Dshalil, Jalil bzw. Djalil; *… …   Deutsch Wikipedia

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