Brandenstein [2]

Brandenstein [2]

Brandenstein, altes, in Franken, Thüringen u. Sachsen ansässiges Geschlecht, stammt aus der Grafschaft Hanau-Münzenberg, wo das Schloß Brandenstein als Stammschloß genannt wird, theilten sich in Oppurger u. Ranißer Linie, von welcher letztem die Linie in Meckelnburg stammt, u. wurde 1486 in den Freiherrnstand erhoben. Merkwürdig: 1) Katharina von B., geb. um 1437, heirathete einen Herrn v. Heßberg, ward aber bald Wittwe u. flößte dem Herzeg Wilhelm III. von Weimar solche Liebe ein, daß er seine Gemahlin Anna verstieß u. nach deren Tode Katharinen 1463 heirathete u. in den Fürstenstand erhob. Nach Wilhelms Tode erhielt sie Saatfeld lebenslang u. st. dort 1492. 2) Heinrich v. B., Bruder der Vor., erhielt 1465 von seinem Schwager, dem Herzog Wilhelm von Weimar, Ranis zum Geschenk u. wurde 1486 in den Reichsfreiherrnstand erhoben. 3) Karl Christoph v. B., geb. 1592; Anfangs Rath in sächsischen Diensten, ließ sich zum Grafen erheben; in schwedische Dienste getreten, ernannte ihn Gustav Adolf zum Geheimen Rath u. Großschatzmeister in Deutschland. Oxenstierna brauchte ihn zu Gesandtschaften, bes. nach Dresden, als aber der Krieg mit Sachsen u. Schweden ausbrach, wurde er 1638 von den Sachsen als abtrünniger Vasall gefangen genommen u. st. 1640 in Dresden im Gefängniß. 4) Aug. Georg v. B., aus der Ranis-Wölsdorfer Linie, geb. 1755 in Wolfenbüttel, wurde 1774 mecklenburgisch-schwerinischer Hofjunker u. Auditor der Justizkanzlei in Schwerin, 1780 Kanzleirath, 1782 Justizrath, 1788 Regierungs- u. Lehnkammerrath, 1800 Geheimer Rath u. Minister, 1808 Präsident des Geheimenraths- u. Regierungscollegiums u. st., 1836. Er schr.: Etwas über die Schiffbarmachung der Elde, Schwer. 1792; Nachricht von einer intendirten Schiffbarmachung der Elde, ebd. 1794. 5) Freiherr Joachim, jetziger Chef der meckelnburgischen Linie, Sohn des Vor., geb. 1790, ist königlich preußischer Oberstallmeister u. Generalmajor a. D.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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