Kimon

Kimon

Kimon, 1) Athener, Sohn des Stesagoras; Pisistratos ließ ihn aus Athen vertreiben, u. K, siegte zweimal in den Olympischen Spielen mit dem Viergespann; da er nun den letzteren Sieg dem Pisistratos zuschreiben ließ, so gestattete dieser ihm die Rückkehr in seine Vaterstadt, aber die Folge einer Indiskretion bei einem neuen Siege in Olympia ließen ihn die Söhne des Pisistratos heimlich ermorden; sein Sohn war Miltiades. 2) K., Enkel des Vor., Sohn des Miltiades u. der Thracierin Hegesipyle; da sein Vater als Staatschuldner im Gefängniß gestorben war (s.u. Miltiades), so war der Verlust der bürgerlichen Rechte auf seinen Sohn K. übergegangen, u. derselbe soll nach Einigen sogar nach des Vaters Tode ins Gefängniß gesetzt worden sein, bis durch Vermittelung seiner Halbschwester u. Gattin Elpinike der reiche Kallias s.d.) die Schuld von 50 Talenten bezahlte. Wegen dieser Ehe, sowie wegen seiner loseren Sitten u. Roheit stand K. bei seinen Landsleuten in keinem guten Rufe; gleichwohl gaben die Perserkriege ihm, dem heftigsten Feinde der Barbaren, Gelegenheit, sich um sein Vaterland sehr verdient zu machen. Nach der Schlacht bei Salamis befehligte mit Aristide Z die Athenische Flotte, eroberte 470 v. Chr. die Vette Eion in Thracien, wodurch er die Macht der Athener dort sicherte, u. dämpfte die Seeräuberei der Skyrer, indem er deren Insel einnahm, woher er auch die Gebeine des Theseus nach Athen brachte; 469 ging er nach Kleinasien, eroberte in Karien u. Lykien mehre Städte u. schlug am Eurymedon (nach And. bei Mykale) die Perser zur See u. zu Lande. Er wurde so Begründer der Hegemonie der Athener in Griechenland u. wußte es durchzusetzen, daß diejenigen Bundesgenossen, welche keine Schiffe zur Flotte stellten, Geldbeiträge lieferten, wodurch er Athens Macht bedeutend hob, s.u. Athen (Gesch.). Nach dem Tode des Aristides u. der Vertreibung des Themistokles war K. der einflußreichste Mann in Athen, u. obgleich er von Perikles der Bestechlichkeit u. als Feind der Verfassung angeklagt wurde, so sprach ihn doch der Areopag frei. Er wurde nun mit einem Heere den Messeniern gegen die Spartaner zu Hülfe gesendet; die Messenier schickten ihn aber aus Mißtrauen zurück, u. dies benutzte Perikles von Neuem zu einer Anklage, u. da indeß dem Areopag seine Bedeutung u. Macht genommen worden war, so wurde K. 460 auf 10 Jahre verbannt. Indeß nach der Schlacht bei Tanagra wurde er 457 auf den Rath des Perikles selbst zurückgerufen u. schloß nach langen Unterhandlungen mit den Spartanern 450 einen fünfjährigen Waffenstillstand Da inzwischen die Perser die griechischen Städte in Kleinasien wieder bedrohten u. Cypern von Neuem besetzt hatten, so lief K, 450 mit einer Flotte von 200 Schiffen aus, 60 derselben schickte er den Ägyptern gegen die Perser zu Hülfe, mit den übrigen segelte er gegen Cypern u. belagerte Kition, starb aber 449 während der Belagerung. Nach Anderen schloß der Perserkönig Artaxerxes, durch die Fortschritte K-s geschreckt, in Athen den sogenannten Kimonischen Frieden, in welchem die Perser versprachen, daß alle griechischen Staaten in Kleinasien unabhängig sein sollten u. sie selbst keine Kriegsschiffe über Phaselis u. die Kyaneischen Inseln hinausschicken wollten, die Athener sollten dagegen keine Truppen in das Land des Königs senden. K. wurde in Kition als Heros verehrt, seine Gebeine aber zur Bestattung nach Athen geschafft.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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