Lysimăchos

Lysimăchos

Lysimăchos, 1) Sohn des Thessaliers Agathokles, geb. um 361 v. Chr. in Pella, begleitete Alexander den Großen auf dem Persisch-indischen Feldzuge u. wurde wegen seines Muthes u. seiner Treue gegen den König von diesem sehr ausgezeichnet u. unter die Zahl der acht Leibwächter aufgenommen. Nach Alexanders Tode, 323, wurde er von dem Reichsverweser Perdikkas zum Statthalter des macedonischen Thraciens ernannt. Nachdem er sich lange an den Streitigkeiten der Nachfolger Alexanders nicht betheiligt hatte, schloß er sich 315 gegen Antigonos u. Demetrios an die Partei des Ptolemäos u. Seleukos an. Alsbald erregte Antigonos die thracischen u. scythischen Völker gegen ihn, weshalb L. bis 311 mit deren Unterdrückung beschäftigt war. Er nahm nachher den Königstitel an, trat seit 302 auf dem Kriegsplatz gegen Antigonos auf u. eroberte die ganze Westküste Kleinasiens u. Heraklea in Pontos, deren Königin Amastris er heirathete. Zwar wurde er bei Lampsakos von Demetrios besiegt, aber in der entscheidenden Schlacht bei Ipsos 301 schlug er mit Seleukos den Antigonos; in der Theilung Kleinasiens erhielt er das eigentliche Kappadocien u. einige kleinere Länder u. nahm 297 dem Demetrios, welcher die Feindseligkeiten erneuerte, dessen kleinasiatische Besitzungen.292 zog er gegen die Geten nordwärts der Donau, wurde aber dort geschlagen u. sogar gefangen. Nach seiner Befreiung fing er wieder mit Demetrios Krieg an u. vertrieb denselben aus Macedonien. Dadurch, daß er den flüchtigen Ptolemäos Keraunos bei sich aufnahm, machte er sich dessen Vater, Ptolemäos Lagi, zum Feinde u. als er, mit nahendem Alter immer mißtrauischer u. grausamer wurde u. auf Anstisten seiner zweiten Gemahlin, Arsinoe, welche ihren Kindern den Thron verschaffen wollte, seinen Sohn Agathokles aus erster Ehe hinrichten ließ, verließen ihn die Vornehmsten seiner Unterthanen u. flohen zu dem in Kleinasien eingefallenen Seleukos, den er deshalb bekriegte, gegen den er aber 281 bei Koros in Phrygien blieb. 2) Jüdischer Priester, Bruder des Hohenpriesters Menelaos u. um 171 v. Chr. dessen Stellvertreter, als dieser vor den König Antiochos Epiphanes geladen wurde. Da er während seiner Verwaltung aus Eigennutz viele Tempelgeräthe veräußerte, so entstand deshalb ein Aufruhr des Volkes, wobei er neben der Schatzkammer des Tempels erschlagen wurde. 3) L. Alexandrinus, griechischer Historiker, wahrscheinlich Zeitgenoß des Dionysios von Halikarnassos, schr. u.a. Αἰγυ-πτιακά, Fragmente davon im 3. Bd. von C. Müller's Fragmenta historicorum graec.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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