Rhus

Rhus

Rhus (R. L., Sumach), Pflanzengattung aus der Familie der Anacardiaceae, 5. Kl. 3. Ordn., Blüthen zwitterig od. vielehig, od. zweihäusig, Kelch fünfspaltig, fünf Blumenblätter, fünf Staubgefäße, Fruchtknoten einfächerig, mit drei kurzen Griffeln, od. drei sitzenden Narben, Steinfrucht trocken, selten dreisamig; Samen eiweißlos, umgekehrt an einem aus dem Grunde entspringenden Nabelstrange aufgehängt. Manche nehmen die Untergattungen Cotinus De C., Metopium. P. Br., Sumac De C. (Rhus et Toxicodendron Tournef.), Thezera De C. u. Lobadium Raf. (Turpinia Raf. et Schmalzia Desv.) an. Merkwürdige Arten : R. cotinus (Perrückenbaum), 6–8 F. hoher Strauch, mit einfachen, oben dunkel-, unten meergrünen Blättern, lockern, zusammengesetzten, durch die bei den Früchten gelblichbraun, dann grau behaart werdenden, langen, fadenförmigen Bracteen, die Gestalt eines perrückenartigen Büschels erhaltenden Endrispen, grünlichgelbem, braungestreiftem Holz (s. Gelbholz), eine feuerrothe Farbe liefernder Wurzel u. zur Gerberei dienenden Zweigen u. Blättern; in Südeuropa, auch Süddeutschland, häufig als Zierpflanze in Baumpartien angepflanzt. R. copalina, in Nordamerika heimischer Strauch od. Baum, mit gefiederten Blättern, ganzrandigen, länglichen, zugespitzten, glatten Blättchen, häutig geflügelten, gegliederten Blattstielen, grünlichgelben Blumenbüscheln, sonst für die Mutterpflanze des Copals gehalten. R. coriaria (Gerberbaum), mit runden, sammtartig-gelblich-weiß behaarten Zweigen, ungepaart gefiederten Blättern, elliptischen, stiellosen, stumpfgezähnten, oben glatten, dunkeln, unten langhaarigen, weißlichgrünen [128] Blättchen, dichten, eiförmig zusammengedrängten, grünlichgelben Blüthenrispen, rauhen, linsengroßen, herbsauerschmeckenden, ehedem als magenstärkendes Mittel, u. gegen Durchfälle u. Ruhren angewendeten Beeren; in Südeuropa, u. zur Bereitung des Sumachs (s.d.) benutzt. R. thphina (Virginischer Gerber- od. Essigbaum), mit lanzettförmigen, scharfgesägten, langgespitzten Blättern, die im Herbst sich roth färben, gelblichgrünen, in gedrängt-eiförmig-pyramidalischen Endrispen stehenden Blüthen, rothen, behaarten, braunen Beeren, dem vorigen sehr ähnlich, auf gleiche Weise benutzt u. in Nordamerika zu Hause. R. elegans, auch als Varietät von R. glabra betrachtet, mit gefiederten Blättern, purpurvioletten Zweigen, scharlachrothen Blumenrispen, in Nordamerika u. als Zierbaum in europäischen Gartenanlagen cultivirt. R. toxicodendron (Giftsumach, R. quercifolia Mich.) in Nordamerika von Canada bis Carolina, mit einpaarig gefiederten Blättern, eirunden, zugespitzten, ganzrandigen, od. eckig gezähnten, flaumigen Blättchen, traubigen Rispen mit zweihäusigen, grünlichgelben Blüthen u. schmutzig gelblichweißen Früchten; dieser, von 3–8 Fuß Höhe, gilt als sehr giftig, ja die bloße Ausdünstung desselben soll bei trübem, schwülem Wetter Entzündungen u. Geschwülste, verbunden mit Fieber, hervorrufen. Ihm sehr ähnlich ist R. radicans, mit kletterndem, wurzelndem Stamm u. Zweigen, langgestielten, dreizähligen Blättern, eiförmigen, im Spätsommer sich rothfärbenden Blättchen, in allen seinen Theilen einen scharfen, giftigen, Leinwand u. Papier dauerhaft schwarz färbenden, sowohl durch die Berührung als auch schon durch die Ausdünstung einen eigenthümlichen Ausschlag, Schwindel u. gefährliche Krampfzufälle erregenden Saft enthaltend, weshalb bei der Einsammlung der, bes. gegen Lähmungen u. von Hahnemann gegen typhöse Fieber empfohlnen, in Pulver-, Aufguß- u. Extractform angewendeten Blätter, große Vorsicht gebraucht, u. Gesicht u. Hände bedeckt werden müssen. R. vernix L. (R. vernicifera De C., Firnißsumach), mit gefiederten Blättern, ganzrandigen, rothgeaderten, eiförmigen, langgespitzten Blättchen, gelblichgrünlichen, diklinischen, in Winkelrispen stehenden Blüthen, gelben Beeren; eine der giftigsten Pflanzen, deren Ausdünstungen schon gefährliche Zufälle, deren aashaftstinkender Saft aber auf die Haut gebracht, böse u. schmerzhafte Geschwüre hervorbringt. In Japan, Nepaul, Nordamerika; die Japanesen bereiten aus dem durch Einschnitte in die Rinde ausfließenden Saft u. mit dem Öl der Bagnonia tomentosa vermischten Safte einen vorzüglichen Firniß (Japanischen Firniß) u. aus dem Samen ein Brennöl. R. succedanea, ebenfalls in Japan heimisch, auf gleiche Weise benutzt. R. metopium L. (Korallensumach), in Westindien, mit gefiederten Blättern, rundlichen, ganzrandigen, ausgeränderten, glatten Blättchen, rothen, runden, korallenartigen Früchten. Das Holz wird bisweilen als Quassienholz (Falsches Quassienholz) verkauft, unterscheidet sich durch weißgraue, glatte, fest anliegende, hier u. da mit Harzflecken bedeckte Rinde. Das aus der Rinde ausfließende weiße Harz (Doctorgummi, Doctorgum), wird zum Heilen der Wunden gebraucht, aber auch innerlich, wo es purgirend, emetisch u. diuretisch wirkt, gegen Stockungen im Unterleibe, Gelbsucht, Syphilis etc. R. varielobata Steud. (R. lobata Hook.), ist die californische Gifteiche, hat große Ähnlichkeit mit dem R. toxicodendron u. ist die Ursache sehr vieler Hautkrankheiten, wenn man mit ihr in Berührung kommt.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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