Lenz [2]

Lenz [2]

Lenz, 1) Samuel, geb. 1686 in Stendal; st. 1776 als weimarischer Regierungsrath in Halle; er schr.: Anweisung zu einer Chronik von Stendal, Halle 1747 f.; Stifts- u. Landeshistorie von Halberstadt (ebd. 1749), von Brandenburg (ebd. 1750), von Havelberg (ebd. 1750), von Magdeburg (Köthen 1756); Becmannus enucleatus, suppletus et continuatus, ebd. 1757, Fol., 2. Ausg. 1759. 2) Ludwig Friedrich, geb. 1717 in Altenburg u. st. daselbst. 1780 als Hofrath u. Amtmann; er schr.: Über die Liebe (Gedicht), Altenb. 1743; Mahomet II. (Trauerspiel), Gotha 1751; Gedichte, Altenb. 1781. 3) Johann Georg, geb. 1748 in Schleusingen, studirte Anfangs Theologie, wurde dann Mineralog u. Professor der Philosophie u. Bergrath in Jena, wo er 1832 st.; er schr.: Mineralogisches Handbuch, Hildburgh. 1791, 2. Ausg. 1795; Anleitung zur Kenntniß der Mineralien, Lpz. 1794, 2 Bde.; Annalen der Societät für die Mineralogie zu Jena (mit I. F. G. Schwabe), Jena 1802–23, 5 Bde.; Handbuch der Mineralogie, Gieß. 1813–20, 3 Bde.; gab auch den Terentins, Jena 1785, heraus. 4) Karl Gotthold, geb. 1763 in Gera, war Professor am Gymnasium zu Gotha u. st. 1809; er schr.: Geschichte der Weiber im Heroischen Zeitalter, Hannov. 1790; Über Rousseaus Verbindung mit Weibern, Lpz. 1792, 2 Bde.; Die Ebene von Troja, Neustrelitz 1798; übersetzte St. Croix Versuch über die alten Mysterien, Gotha 1790, u. Lechevaliers Reise nach Troas, Altenb. 1800. 5) Jakob Michael Reinhard, geb. 1750 zu Seßwegen in Livland, studirte 1769 zu Königsberg, ging dann nach Berlin u. begleitete später einen jungen Edelmann nach Strasburg. Dort wurde L. mit Goethe bekannt, faßte eine unglückliche Liebe zu Friederike Brion (Goethe's Geliebte in Sesenheim), ergab, sich dann einem regellosen Leben, gerieth 1778 in drückende Armuth, verlor seinen Verstand u. kam, bald hier bald da umherirrend, endlich nach Moskau, wo er 1792 im tiefsten Elend starb; er schr. die Schauspiele:[274] Der Hofmeister, Lpz. 1224, u. Der neue Mendoza, ebd. 1774, u. mehre Lustspiele; Petrarcha, Episteln, Anmerkungen über das Theater, Übersetzung von Shakespeares Love's labour's lost, Lpz. 1774; Gesammelte Schriften, Berl. 1828, 3 Bde., herausgegeben von L. Tieck. Vgl. Stöber, Der Dichter L. u. Friederike von Sesenheim, Basel 1842. 6) Johann Adam, geb. 1786 in Stockach, wurde 1804 österreichischer Cadet, machte 1805 den Feldzug in Italien, Baiern u. Mähren mit; wurde 1806 württembergischer Lieutenant, in dem Feldzuge gegen Österreich 1809 Obristlieutenant, zeichnete sich bei Linz aus, lrat 1813 in westfälische Dienste, wurde Hauptmann, kehrte jedoch nach Auflösung der westfälischen Armee in württembergische Dienste zurück; er schr.: Der Felddienst für Unteroffiziere u. angehende Militärs, Stuttg. 1826–29; Fragen über den Felddienst für Unteroffiziere etc., ebd. 1830, u.a.m. 7) Harald Otmar, Enkel Salzmanns, geb. 1799 in Schnepfenthal, studirte in Göttingen u. Leipzig Philologie u. Naturwissenschaften, ging 1820 nach Berlin, war eine Zeit lang Lehrer zu Thorn u. Marienwerder, zuletzt zu Schnepfenthal, u. schr.: Naturgeschichte der Säugethiere, Gotha 1831; Die nützlichen u. schädlichen Schwämme, ebd. 1831, 2. Aufl. 1840; Schlangenkunde, ebd. 1832; Gemeinnützige Naturgeschichte, ebd. 1835–39, 4 Bde., 3. Aufl. ebd. 1831–55, 5 Bde.; Die Löthrohrschule, ebd. 1848; Technologie für die Schule, ebd. 1850; Zoologie der alten Griechen u. Römer, ebd. 1856 u.a.m. 8) Heinrich Friedrich Emil, geb. 12. Febr. 1804 in Dorpat, besuchte die dortige Universität, wo er Anfangs Theologie, dann aber Physik studirte; begleitete 1823–26 O. von Kotzebue auf seiner Reise um die Erde u. trat 1828 als Adjunct in die Akademie der Wissenschaften zu Petersburg, velche ihn 1834 zum Akademiker erhob. Auch hielt er Vorlesungen über Physik an der Universität u. dem Pädagogischen Hauptinstitut u. versah die Stelle eines Lehrers für Mathematik u. Physik bei den Großfürsten u. Großfürstinnen. Seine zahlreichen Abhandlungen aus dem Gebiete der Physik enthalten die Mémoires u. Bulletins der Petersburger Akademie. 9) Robert, Bruder des Vor., geb. 23. Jan. 1808 in Dorpat, st. 30. Juli 1836 in Petersburg, Orientalist, gab Kalidasas' Urvasi (Berl. 1833) u. Apparatus criticus dazu (Berl. 1834) heraus. 10) von Prag, Pseudonym für Smets. 11) Victor, Pseudonym für Chr. A. Traxel (s.d.).


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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